Mecklenburger Blitz
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Leserbriefe
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meine-ddr-erfahrung
Hallo Herr bzw. Frau Anonym, da Sie etwas ungläubig auf meine Gedanken und Erfahrungen schauen, gebe ich gerne noch "Butter bei die Fische". Als die Wirtschaft-, Währung- und Sozialunion am 1.7.1990 in Kraft trat, war ich 30 Jahre alt. Bis dahin habe ich einige Jahre als Kraftfahrer einen W 50 Sattelauflieger beim Mischfutterwerk in Neubukow gefahren. Für die Arbeit galten Normen, wie übrigens in jedem VEB. Die Touren wurden mit mehr km geplant, als sie tatsächlich lang waren. Funktionstüchtige Fahrtenschreiber waren nicht vorhanden. Für das Ausblasen des Mischfutters beim Kunden war 60 min die Norm, tatsächlich gebraucht wurde eine halbe Stunde. Wenn ich dann auch noch bei einer LPG oder VEG das Futter auf einem Hallenboden ablassen konnte, war ich nach 10 min wieder vom Acker. Geschrieben wurde immer die Norm: 60 min. Dann gab es auch Tage, wo nicht viel oder auch gar nichts zu tun war. Da wurde die Zeit irgendwo und irgendwie verbracht: In der Werkstatt wurde bisschen gebastelt, der nächste hat zu Hause seinen Garten umgegraben etc. Zu tun gab es für jeden. (privat vor Katastrophe - pvK). Für all das gab es 100 % Lohn. Manchmal gab es natürlich auch mehr zu tun, dann wurde eine Sonderschicht gefahren. Natürlich mit Mehrarbeitsvergütung. Mein kleiner Betriebsteil mit 150 Beschäftigten war nicht der Nabel der DDR. Nach dem 1.7.1990 haben viele Bereiche der ostdeutschen Volkswirtschaft aber auch deshalb den Abflug gemacht, weil sie nicht konkurrenzfähig waren. Das was ich hier schildere, habe ich mal auf einer SED-Parteiversammlung im Betrieb zur Sprache gebracht. Anschließend gab es Druck von oben und unten. Von oben, weil ich den Herrschaften ans Schienbein getreten bin. Von meinen Kollegen, weil ich unsere Wohlfühloase madig machte. pvK - kein Witz, sondern Lebensweisheit. Zu den wenigen Mutigen: Die Demos in Leipzig starteten am 4. September 1989 nach Friedensgebeten in der Nikolaikirche, angefangen mit rd. 1.200 Menschen. Woche für Woche, am 9. Oktober 1989 waren es dann die 70.000 auf dem Leipziger Innenring. Diese Menschen sind die wenigen Mutigen gewesen, die sich anfangs gegen die Knüppel von Stasi und VP, Inhaftierung und Folter zur Wehr setzen mussten. Es sind die 70.000 gewesen, die nicht wussten ob Panzer wie ein paar Monate zuvor auf dem Platz des himmlischen Frieden in Peking gegen sie eingesetzt werden. Alles, was danach auf der Straße passierte, in den vielen Städten der DDR wie von Ihnen geschrieben, war von dieser Gefahr befreit. Da gab es dann ganz viele Mitläufer im reinsten Wortsinne. Einig sind wir uns in der Sicht auf das vielfältige Engagement von Menschen in Vereinen und örtlichen Initiativen, ohne die das Leben nicht lebenswert wäre. Ich sprach jedoch auch vom fehlenden Engagement in Parteien und Gewerkschaften. Am vergangenen Samstag war beste Gelegenheit, seinen Unmut gegen die "Kürzungsreformen" bei Rente, Pflege und Gesundheit bei Demo und Kundgebung in Rostock zum Ausdruck zu bringen. Wir waren ein vergleichsweise kleines Häuflein. pvKmehr... -
wir-leben-noch
Nach jedem Fernsehabend freue ich mich, dass ich noch lebe. Was da Abend für Abend an Morden geliefert wird, ist unglaublich. Billiger geht es nun wirklich nicht mehr. Auf allen Sendern hat Mord und Totschlag als sogenannte Abendunterhaltung Hochkonjunktur. Als ob das Leben nur aus Gewalt und Hass besteht. Kein Wunder, dass die Abschaffung der Gebühren für die Öffentlichen Sender gefordert wird. Bei den Privaten geht es um Werbequote, aber bei ARD und ZDF sollte es um Niveau gehen. Auch wenn ich wieder als Ostnostalgiker gesehen werde, ich sehne mich nach den anspruchsvollen DDR-Programmen mit guten Filmen, Unterhaltungsshows, Literaturverfilmungen e t.c. zurück. Da hat Fernsehen gebildet und nicht verblödet und verroht.mehr... -
eine-meinung-zum-leben-in-der-ddr
Hallo Herr Hofmann, ich musste Ihren Artikel zweimal lesen, um mich zu vergewissern, dass dies auch wirklich jemand geschrieben hat. Normalerweise kommen solche Kommentare von Menschen, die eher nicht »im Osten« aufgewachsen sind und die daher auch wenig über das Leben in der DDR wissen. Sie sagen in Ihrem Kommentar also folgendes: »Es waren die wenigen Menschen im Osten, die den Mut hatten, für ihre Freiheit auf die Straße zu gehen. Die Mutigen waren unter dem Strich nicht so viel DDR-Bürger.« Dann wissen Sie vielleicht mehr als ich. Ich kann mich jedenfalls daran erinnern, dass damals, nicht nur bei den Montagsdemos, in allen Städten sehr viele Menschen auf die Straße gegangen sind und ich hatte nicht das Gefühl, dass da nur wenige DDR-Bürger daran teilnahmen. Immerhin waren zu dem Zeitpunkt die Grenzen noch geschlossen. Auch muss ich Ihnen ernsthaft widersprechen, wenn Sie sagen: »Und so mancher glaubte dabei, das normale Leben mit halber Arbeitsleistung, bei vollem Lohn, nur jetzt mit D-Mark ginge so weiter.« Ich weiß ja nicht, bei welchem Unternehmen Sie damals gearbeitet haben, das Ihnen derart »soziale« Arbeitsbedingungen geboten hat. Ich jedenfalls habe, bis zur Privatisierung, in einer ziemlich großen Firma gearbeitet und nehme für mich in Anspruch, dass ich sowohl zu DDR-Zeiten, als auch noch viele Jahre danach, mit »voller« Arbeitsleistung mir meinen Lohn redlich verdient habe, egal, ob in Ost- oder West-Mark. Anders wäre das in dieser Firma überhaupt nicht denkbar gewesen. Und bei allen, die ich kenne, war es ebenso. Der Slogan »Privat geht vor Katastrophe«, war doch wohl eher als Witz, mit einem Augenzwinkern gemeint. Wenn es bei Ihnen also anders war, dann ist dies der Beweis, dass solche Aussagen, wie die Ihren, keineswegs zu verallgemeinern sind. Noch zwei Sätze zur Ehrlichkeit am Schluss Ihres Beitrags: Ich kenne sehr viele »Ostdeutsche«, die sich ehrenamtlich in Vereinen, Beiräten, bei den Tafeln, in Wohngebieten, bei Veranstaltungen, bei Kinder- und Sportfesten engagieren und dort aktiv mitarbeiten. Wie könnte man sonst die vielen Events organisieren, wenn da nicht die fleißigen, ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund wären. Ich glaube, da brauchen wir uns nicht zu verstecken, zumindest hier in Rostock nicht.mehr... -
doppelte-kreismeister-ehre
Antonia Kotthoff und Svenja Gradert sichern sich die Kreismeistertitel in Ludwigslust-Parchim – Lynn Behnke erreicht mit ihrem Pony Don Georg das Finale der Horst-Gebers-Stiftung im Rahmen Deutschen Amateurmeisterschaften in Zeiskam. Große Freude beim SV Rotation Neu Kaliß: Die Reiterinnen des Vereins haben mit starken Leistungen bei den Kreismeisterschaften in Ludwigslust-Parchim und den Deutschen Amateurmeisterschaften (DAM) in Zeiskam auf sich aufmerksam gemacht. Gleich zwei Kreismeistertitel gingen nach Neu Kaliß. Auch auf nationaler Bühne gab es einen beachtlichen Erfolg zu feiern. Zwei Kreismeistertitel für den SV Rotation Bei den Kreismeisterschaften in Crivitz überzeugten Antonia Kotthoff und Svenja Gradert mit ihren Pferden und sicherten sich jeweils den Titel in ihrer Leistungsklasse. Die 16-jährige Antonia Kotthoff erritt sich mit ihrem Pferd Karl den Kreismeistertitel der Leistungsklasse 5. Auch Svenja Gradert durfte jubeln: Gemeinsam mit ihrem Pferd Quite Easy gewann sie die Kreismeisterschaft der Leistungsklasse 4. Die beiden Titel sind ein schöner Beleg für die engagierte Arbeit der Reiterinnen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihren Pferden. Für den SV Rotation Neu Kaliß bedeuten die Erfolge einen gelungenen Auftritt bei den Meisterschaften des Kreises Ludwigslust-Parchim. Lynn Behnke erreicht das Finale in Zeiskam Auch auf nationaler Ebene konnte der Verein einen Erfolg verbuchen.Die 15-jährige Lynn Behnke ging mit ihrem Pony Don Georg bei den Deutschen Amateurmeisterschaften in Zeiskam an den Start. Im Rahmen der Meisterschaften erreichte das Paar das Small-Finale der Horst-Gebers-Stiftung und belegte dort einen hervorragenden 19. Platz. Die Teilnahme an einer bundesweiten Meisterschaft und der Einzug in das Finale sind eine besondere Erfahrung für Reiterin und Pony. Mit ihrem Auftritt vertraten Lynn Behnke und Don Georg den SV Rotation Neu Kaliß auf nationaler Bühne. Stolz auf die Leistungen Zwei Kreismeistertitel und ein Finalplatz bei den Deutschen Amateurmeisterschaften: Die Ergebnisse von Antonia Kotthoff, Svenja Gradert und Lynn Behnke sorgen für strahlende Gesichter beim SV Rotation Neu Kaliß. Der Verein gratuliert seinen erfolgreichen Reiterinnen herzlich zu ihren Leistungen und wünscht ihnen und ihren vierbeinigen Sportpartnern weiterhin viel Erfolg, Gesundheit und Freude am Reitsport.mehr... -
reise-durch-jordanien
69 Reiselustige folgten der Einladung der Seniorenakademie 55 Plus, Dr. Krakowski auf seiner Reise zu begleiten, die er im Februar 2009 durchgeführt hat. „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber in Jordanien nicht“ – so stehen alle natürlichen und historischen Monumente auch noch heute auf/an ihrem Platz. Das Königreich Jordanien besteht seit 1946 als souveräner Staat. Es hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Auf 89.000 qkm bilden 11,5 Mio. Einwohner einen Vielvölkerstaat, in dessen Hauptstadt Amman allein 1,2 Mio. Menschen leben. 93% der Bevölkerung sind Muslime, da der sunnitische Islam Staatsreligion ist. Betreffs Aufnahme von Flüchtlingen steht Jordanien, auf seine Fläche bezogen, weltweit auf Platz 2. Aufgrund der vielen Wüsten und des wenigen Wassers sind nur 5% des Territoriums landwirtschaftlich nutzbar. Als Tourist bekommt man viel zu sehen. Im Archäologischen Museum der Hauptstadt sind 8.000 Jahre alte Gipsfiguren in menschlicher Größe zu bestaunen. Vom Zitadellenhügel blickt man auf das noch heute genutzte römische Theater mit mehr als 3.000 Plätzen. Asra ist eine Burg mit steinernen Drehtüren und in Stein eingemeißelten Tier- und Pflanzenmotiven. In Karana befand sich eine Karawanserei in einem Gebäude, in dem selbst Tiere aufgrund der sehr niedrigen Stufen in die oberen Etagen gelangten. 1933 fanden am Berg Nebo, südlich von Amman gelegen, Ausgrabungen statt, die in einer dreischiffigen Basilika wunderschöne Mosaiken freilegten. Der Berg ist ein wichtiger Pilgerort, soll doch hier Moses 1.500 Jahre vor der Zeitenwende seinen 12 israelitischen Volksstämmen das gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen, gezeigt haben. In Madaba kann man die älteste in Mosaiken gefertigte Darstellung Jerusalems betrachten. Sehr interessant sind die Besichtigungen der sog. Wadi. Das sind Trockentäler mit einem nur manchmal wasserführenden Fluss. Das Wadi Mujeb ist mit 4 km Breite und 20 km Länge der Grand Canyon Jordaniens. Eine große Rolle spielten die Nabatäer vom 3. Jh. vor Christi bis zum 1. Jh. nach Christi. Sie schufen die berühmte Felsenstadt Petra, die mit bis zu 40.000 Einwohnern damals ihre Hauptstadt war. Sie wurde 1812 von einem Schweizer Forscher wiederentdeckt und gehört seit 2007 zu den Weltwundern der UNESCO. Und so hat das Land noch viel zu bieten, was Dr. Krakowski den Anwesenden in einem sehr schönen, mit passender Musik unterlegten Film, der in seiner exzellenten Sprache bis zum letzten Wort verständlich war, sehen ließ. Es war ein hochinteressanter Reisebericht. Das Publikum dankte ihm und auch Chr. Mattner für dessen technische Unterstützung mit herzlichem Beifall. Wolfgang Mengel, Seniorenakademiemehr...
