Mecklenburger Blitz
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Leserbriefe
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der-geplante-umbau-des-ifg
Mit großer Sorge verfolge ich die aktuellen politischen Bestrebungen, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) grundlegend umzubauen oder gar abzuschaffen. Dieser Schritt wäre nicht nur ein Rückfall in alte Verwaltungsgewohnheiten, sondern ein direkter Angriff auf Transparenz, Bürgerrechte und demokratische Kontrolle. Das IFG ist seit 2006 ein zentrales Instrument, das Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, staatliches Handeln nachzuvollziehen. Es schafft die Grundlage dafür, dass Verwaltung nicht hinter verschlossenen Türen agiert, sondern nachvollziehbar, überprüfbar und rechenschaftspflichtig bleibt. Wer dieses Gesetz schwächt, schwächt bewusst die demokratische Kontrolle. Besonders irritierend ist, dass die geplanten Änderungen mit dem Argument des „Bürokratieabbaus“ begründet werden. In Wahrheit würde die Abschaffung des IFG nicht Bürokratie abbauen, sondern Kontrolle abbauen – und zwar die Kontrolle der Bürger über staatliches Handeln. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Strukturell bewegen wir uns damit in eine Richtung, die an die Verwaltungslogik der ehemaligen DDR erinnert: Herrschaftswissen, abgeschottete Behörden, fehlende Transparenz und Entscheidungen, die ohne öffentliche Kontrolle getroffen werden. Niemand behauptet, wir lebten in einer DDR 2.0 – aber es ist ebenso falsch, die Parallelen zu ignorieren, wenn staatliche Informationsrechte zurückgedrängt werden sollen. Gerade in Zeiten wachsender politischer Unsicherheit und Vertrauensverlust in staatliche Institutionen wäre es das falsche Signal, Transparenzrechte zu schwächen. Eine moderne Demokratie braucht offene Verwaltung, nachvollziehbare Entscheidungen und Bürger, die informiert mitreden können. Wer das IFG abbaut, baut demokratische Teilhabe ab. Ich fordere die politisch Verantwortlichen auf, diesen Kurs zu überdenken. Transparenz ist kein Luxus, sondern eine demokratische Pflicht. Ein Staat, der seine Bürger ernst nimmt, versteckt seine Informationen nicht – er teilt sie.mehr... -
fuer-unsere-schule
Als Lehrerin und Bildungsautorin orientiere ich mich an dem Bildungs- und Erziehungsauftrag unseres Landes. Ich bin überzeugt, Schule soll junge Menschen nicht nur zu guten Leistungen befähigen, sondern sie auch zu mündigen, verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern erziehen. Selbstverständliche Grundlage unseres Handelns sind die Werte des Grundgesetzes: die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Respekt. Daher möchte ich mit meinen mecklenburgischen Wurzeln Stellung beziehen. Täglich erleben wir in der Schule, wie unterschiedlich Kinder und Jugendliche sind. Sie bringen verschiedene Begabungen, Familiengeschichten, Kulturen und Überzeugungen mit. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und friedlich miteinander zu leben. Das gelingt nur, wenn Schule ein Ort des Dialogs bleibt. Deshalb sehe ich politische Entwicklungen mit Sorge, die gesellschaftliche Herausforderungen überwiegend in einem Gegensatz von „Wir“ und „Die anderen“ darstellen. Ein solches Denken mag einfache Antworten versprechen, wird der Wirklichkeit jedoch selten gerecht. Schule muss jungen Menschen vermitteln, dass demokratische Gesellschaften vom Austausch unterschiedlicher Meinungen leben, nicht von der Einteilung in Freund und Feind. Selbstverständlich dürfen Parteien unterschiedliche bildungspolitische Vorstellungen vertreten. Darüber muss offen diskutiert werden. Entscheidend ist für mich jedoch, ob ihre Konzepte den Bildungsauftrag stärken: Kinder und Jugendliche auf ein Leben in einer freien, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft vorzubereiten. Bildung bedeutet, Horizonte zu erweitern, Vorurteile zu hinterfragen und die Fähigkeit zu entwickeln, Konflikte mit Argumenten statt mit Ausgrenzung zu lösen. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spannungen brauchen unsere Kinder keine Feindbilder, sondern Orientierung. Sie brauchen Wissen über die Welt und über sich selbst. Sie brauchen die Fähigkeit, Fakten von Behauptungen zu unterscheiden, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und Menschen mit anderer Meinung oder Herkunft mit Respekt zu begegnen. Das ist für mich der Kern schulischer Bildung – und ich wünsche mir, dass jede bildungspolitische Debatte sich daran messen lässt. Für unsere Schule. Und da die meisten von uns mal in der Schule waren, verstehen wir auch alle, worum es geht. Um die persönliche Bildung jedes Einzelnen in der Gemeinschaft.mehr... -
wir-haben-einen-buhmann
Das absehbare frühe Ausscheiden der DFB Elf bei der WM hat nun einen Schuldigen: Trainer Nagelsmann. Kein Wort zu den jahrelangen Querelen beim DFB, kein Nachdenken darüber, was die Spieler geleistet haben nein, der Trainer war es. Die Mannschaft besteht aus elf Spielern, deren Beruf Fußball ist. Der Trainer kann diese überbezahlte Truppe nur motivieren und sich die eine oder andere Variante ausdenken, aber spielen müssen schon die Spieler. Und wenn man heute sagt, alle Entscheidungen von Nagelsmann seien grundfalsch gewesen, dann darf man doch fragen, wo die Besserwisser im Vorfeld waren und warum Nagelsmann überhaupt vom DFB berufen wurde? Solange die Elf gewann, war er der Held und alle Verantwortlichen haben sich in diesem Glanz gesonnt. Aber es ist schon so: der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg nur einen.mehr... -
neue-leistungs-boni-fuer-mitarbeiter-der-stadt
Eigentlich finde ich es gut, dass unsere Stadtbediensteten ordentliche und auskömmliche Gehälter bekommen, denn sie sorgen dafür, dass die Arbeit in Behörden, Ämtern, Institutionen und Einrichtungen in geordneten Bahnen abläuft und erledigt wird. Es ist auch in Ordnung, dass diese durch einen Tarifvertrag geschützt und sicher sind, egal, ob die Stadtkasse leer oder voll ist. Und wenn alles gut läuft, dann setzt die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes auch jährlich eine Erhöhung der Gehälter für die Beschäftigten durch (zum 1. Mai 2026 2,8 Prozent). Hinzu kommen, laut Vertrag, eine Geburtstagszuwendung in Höhe von 60 Euro, Weihnachtsgeld und auch eine Erholungsbeihilfe im Sommer – Zahlungen, die tariflich vereinbart sind und von denen die meisten Bürger nur träumen können. »Erholungsbeihilfe«? Gab es in meiner Firma nie! Nun stand vor ein paar Tagen ein Artikel in einer Rostocker Tageszeitung, in dem von einer monatlichen Leistungszulage für die 2.700 Mitarbeiter der Stadt die Rede war, eine Zahlung, die offenbar ebenfalls im Tarifvertrag festgeschrieben ist und die somit auch gezahlt werden muss! (?) Wie kann es aber sein, dass eine Leistungszahlung für alle Mitarbeiter überhaupt im Tarifvertrag festgeschrieben ist, ohne zu wissen, ob jeder Mitarbeiter diese überhaupt verdient hat? Ich kann mir vorstellen, dass ein Pauschalbetrag für derartige Zahlungen bereitgestellt wird, aber nicht, dass jeder Mitarbeiter einen festen Anspruch darauf hat. Leistungszahlungen sollten individuell und eine Belohnung dafür sein, wenn eine besondere oder zusätzliche Leistung erbracht wurde, die über die normale Arbeit hinausgeht, denn die wird ja bereits mit dem Gehalt vergütet. Bei einem hohen Krankenstand zum Beispiel, könnte man sich vorstellen, dass Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben übernommen haben, die gewürdigt werden sollen. Das betrifft aber mit Sicherheit nicht alle Beschäftigten. In Zeiten, wie diesen, in denen die Bevölkerung aufgerufen wird, den Gürtel enger zu schnallen, in denen die Kassen der Stadt leer sind, in denen historische Gebäude eingerüstet auf Sanierung warten, in denen es an allen Ecken und Enden klemmt, weil kein Geld da ist, finde ich es schon sehr unsensibel, den gesamten Mitarbeitern der Stadtverwaltung pauschale Belohnungen auszuschütten, die in die Millionen gehen. Ich habe gelernt: Man kann nur das Geld ausgeben, was verdient wurde. Hier aber könnte schnell der Eindruck einer gemeinschaftlichen, steuerfreien Gehaltsaufbesserung entstehen.mehr... -
city-cube-und-ehemaliges-schifffahrtsmuseum
Hallo Herr Statzkowski, mit Ihrem Beitrag vom 23. Juni 2026 haben Sie recht. Mehr muss man dazu nicht sagen! Ich bin auch auf das »Meisterwerk« gespannt! Und nur wenige hundert Meter entfernt, in der August-Bebel-Straße, fristet unser ehemaliges Schifffahrtsmuseum ein trostloses Dasein, obwohl es bereits seit 2011 einen Beschluss der Bürgerschaft zur Sanierung des historischen Gebäudes gibt. Warum wurde dieser Beschluss in all den Jahren eigentlich nie umgesetzt? Noch bleibt der Öffentlichkeit verborgen, wie es tatsächlich mit diesem denkmalgeschützten Gebäude weitergeht, aber mit der Kündigung des Betreibervereins Societät Rostock maritim e. V. und der Schließung des Hauses am 31. Dezember 2025 wird das Gebäude ungenutzt, mehr und mehr dem Verfall preisgegeben. Eigentlich hätte das Haus schon 2006 eine Sanierung nötig gehabt. Die letzten Informationen, die es zur weitere Verwendung des Denkmals gibt, waren Bemühungen, dass vielleicht das Archäologische Museum (statt im Stadthafen neu zu bauen) dort einziehen könnte. Seitdem herrscht Stillschweigen zu den notwendigen 30 Millionen Euro Sanierungskosten. Andere Projekte erhalten den Vorzug. Klar ist, mit jedem Jahr, das so verstreicht, werden die Kosten steigen. Vielleicht hat man aber auch ganz andere Pläne damit. Ich würde mir schon eine Einbindung der Rostocker dazu wünschen.mehr...
