Mecklenburger Blitz
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Leserbriefe
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niemand-schaut-hin
Der ADAC hat es jüngst klar formuliert: „Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt.“ Der Rohölpreis steigt nicht, und dennoch schnellen die Preise an den Tankstellen nach oben. Genau dieses fragwürdige Muster konnte ich heute in Sellin beobachten: Um 11:50 Uhr lag der Preis bei 1,91 Euro, kurz vor 12:00 Uhr plötzlich bei 2,13 Euro – ein Sprung von 22 Cent innerhalb weniger Minuten. Wenn Mineralölkonzerne bereits vor dem Ende des Tankrabatts die bevorstehende Steuererhöhung einpreisen, dann ist das nichts anderes als eine verdeckte Preispolitik auf dem Rücken der Bürger. Besonders bitter ist dabei, dass Politik und Aufsichtsbehörden öffentlich versprochen haben, „genau hinzuschauen“. In der Realität passiert jedoch das Gegenteil: Die Preisgestaltung bleibt intransparent, die Kontrolle wirkt zahnlos, und die Bürger zahlen die Zeche. Für einen Tourismusort wie Sellin, der auf Mobilität angewiesen ist, sind solche Preissprünge nicht nur ärgerlich, sondern schädlich. Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch konsequentes Handeln. Wenn Verantwortliche ihre eigenen Zusagen nicht einhalten, verliert ihr Wort an Gewicht. Es ist eine Schande – und es zeigt einmal mehr, dass die Bürger sich auf politische Versprechen in dieser Frage nicht verlassen können.mehr... -
sommertag
Die Sonne sendet Silber, bedeckt damit den Fluss, durch den die Boote gleiten, ein weisses ganz am Schluss. Am Himmel schweben Wolken wie Wattebäusche hin, die Schwanenkinder sitzen im Schilfe mittendrin. Und mag der Tag auch enden, versunken in die Stadt, der Sonnenschein wird bleiben, der uns gefunden hat.mehr... -
rostock-ist-nicht-dreckig
Rostock ist keine schmutzige Stadt. Unsere Stadt ist sehr schön und ich hoffe sie bleibt so. Natürlich lassen hin und wieder Menschen etwas fallen, aber das gibt es in jeder Stadt. Das rechtfertigt nicht diese Herabwürdigung. Und insbesondere Rostock mit Polen zu vergleichen, ist schon merkwürdig. Hat Polen laut EU doch die mit Abstand schlechteste Luftverschmutzung Europas. Und die Badequalität des Wassers ist auch unterdurchschnittlich. Da genieße ich unsere saubere Luft und unser sauberes Wasser.mehr... -
betroffene-ausgeschlossen
Die Regierung arbeitet fieberhaft an der Rentenreform, will sie etwas einlösen, das sie vormals versprochen hat. Dass daran gearbeitet werden muss, ist nicht bestritten. Auffällig ist die fieberhafte Eile, mit der die Reform durchgeboxt werden soll. Da streiten nun bis aufs Messer die Parteien, Verbände „bringen sich ein“ und jeder meint, seinen Senf dazu geben zu müssen. Die Millionen Bürger, die das betrifft, bleiben wie immer außen vor. Die Gedanken hätten langfristig formuliert und den Bürgern zur Beurteilung vorgelegt werden müssen, damit sie sich ein Urteil darüber bilden können. Und bei solch wichtigen Angelegenheiten würde ich mir direkte Demokratie wie in der Schweiz wünschen: Den Bürgern wird das Gesetzeswerk zur Abstimmung vorgelegt und sie entscheiden, ob sie damit einverstanden sind oder nicht. Wir haben zwar dafür ein Parlament, aber wie funktioniert denn das? Mögliche Abweichler werden vor der Abstimmung auf „Vordermann“ gebracht, damit die Regierung ihre Sache durchbekommt, und dann wird abgenickt und auch die parlamentarische Opposition bleibt außen vor. Entscheiden müssen die, die davon betroffen sind und nicht die, die nicht wissen, wie es im gesellschaftlichen Grundgefüge aussieht.mehr... -
tour-gen-boltenhagen
Traditionell endet das Frühjahrssemester unserer Akademie mit einer Tagesfahrt. Marlies Mucha als Organisatorin dieser Fahrten wählte diesmal Boltenhagen als Reiseziel aus. Die Stadt wurde als Longa Indago 1325 erstmals urkundlich erwähnt und heißt seit 1336 Boltenhagen, das seit 1929 den Titel „Ostseebad“ trägt, seit 1976 „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ist und seit 1998 sich „Staatlich anerkanntes Seeheilbad“ nennen darf. 1840 gab es die ersten 10 Karren für Badegäste und 1855 besuchte Fritz Reuter erstmals den Badeort, den er mit den Worten zierte: „Wer mal sin Nerven will upfrischen, wer mal sin Sorgen möchte wegwischen, wer plägen will sinen Magen, die führt getrost nach Boltenhagen.“ Nachdem die beiden vollbesetzten Möllerbusse ihren Parkplatz gefunden hatten, enterten wir „Carolinchen“, die Bäderbahn, die uns liebevoll den Ort und Tarnevitz vorstellte. Im Hotel-Restaurant „John Brinckman“ wurde ein leckeres Mittagsmahl kredenzt. Anschließend fuhren wir nach Klütz zum Schloss Bothmer. Es wurde zwischen 1726 und 1732 von Johann Friedrich Künnecke im englisch-holländischen Stil erbaut und ist die größte erhaltene Barockanlage Mecklenburg-Vorpommerns. Bauherr war Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer (1656 bis 1732), der Georg I. auf den englischen Thron verhalf und als Erster die legendäre Londoner 10 Downing Street (damals Bothmer House genannt) bewohnte. Bothmer starb vor der Fertigstellung des Schlosses. Diese beeindruckende Anlage erinnert nun seit fast 300 Jahren an ihren Bauherrn, der mit diesem Gebäude sein eigenes Denkmal schuf. Über dem Eingang ließ er sein Wappen, seine Initialen und sein Lebensmotto in goldenen Buchstaben anbringen: „Respice Finem – Bedenke das Ende“. Die Führung durch das Schloss hinterließ einen bleibenden Eindruck. Kaffee und Kuchen in der Orangerie verhießen Stärkung für die Rückfahrt. Die Teilnehmer der Fahrt hatten Gelegenheit, den Schlosspark zu besichtigen und nutzten die Zeit auch für viele persönliche Unterhaltungen, ist es doch immer eine Gelegenheit, Kontakte wieder aufzufrischen. Beiden Busfahrern sei herzlich für ihre Fürsorge gedankt. Karsten Möller feiert in diesem Jahr seinen 60-jährigen Busfahrerdienst – Herzlichen Glückwunsch!- und Arno Winter legte auf der Rückfahrt einen Film von Otto Albrecht auf, der uns Stralsunds Historie näher brachte. Ebenso herzlichen Dank! Es war eine wunderschöne Tagesfahrt, die allen lange in Erinnerung bleiben wird – nochmals Dank an M. Mucha für die perfekte Organisation der Tour.mehr...
