Mecklenburger Blitz
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Leserbriefe
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dokumentarfilm-kommunist
Es war voraussehbar, dass der Film »Kommunist« des Filmkunstfestes in Schwerin Zustimmung und Widerspruch auslösen würde. Bewusste Vermittlung eines geschönten DDR-Bildes lautete der Vorwurf, der Filmautor habe sich positioniert, statt Geschichte zu zeigen. Verständlich, dass Leitung des Filmkunstfestes MV, Filmautor und die MV Filmförderung GmbH eine derartige Kritik zurückwiesen. Es ist ein künstlerischer Dokumentarfilm u.a. mit Bildern von Demonstrationszügen, die der damalige Kameramann aufgenommen, jedoch nicht inszeniert hatte. Die Kriegs- und Nachkriegsgeneration (auch ich gehöre dazu) kennt diese übertriebenen Aufmärsche im Gegensatz zur heutigen Generation, die sie nur in Filmen wie diesem sehen kann mit der Erkenntnis, welche Formen eine Ideologie, also Entwicklung und Inhalt der gesellschaftlich bedingten Gedankenwelt, annehmen kann. Seit Bestehen des Mediums Film gibt es derartige Filme, verwiesen sei nur auf die propagandistisch entstandenen Demonstrationsfilme der NS-Zeit, die wiederholt immer wieder im Fernsehen dem Zuschauer zugemutet werden. Sie sollen, verbunden mit dem Unterricht der Schulen, der Aufarbeitung der deutschen Geschichte dienen. Meiner Auffassung nach ist daher Kritik an der Vorführung des Films »Kommunist« zu kurz gegriffen.mehr... -
an-ostkuesten-gestrandeter-buckelwal
Von einem Minister der Landesregierung war zu erwarten, dass er das Gutachten von Wissenschaftlern des Deutschen Meeresmuseums zur Grundlage seiner Entscheidungen bezüglich des gestrandeten Wals erhoben hätte. Es enthielt die Aussage, das geschwächte Tier in Ruhe zu lassen und von weiteren Bergungs- oder Motivierungsversuchen abzusehen. Das erschöpfte Tier begab sich nicht grundlos in die Flachwasserzone vor der Ostsee-Insel Poel. Um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, fehlte dem Tier die Kraft. Unverständlich bleibt somit, dass ein Minister den Versuch einer Privatinitiative zum Transport des Wals in die Nordsee »duldete«. Niemand sollte leichtfertig über ein Gutachten von Fachleuten renommierter Institutionen hinweggehen, dies sollten in ähnlichen Rettungsversuchen alle Beteiligten beachten.mehr... -
tragischer-unfall
Ein Schulbus gerät trotz geschlossener Halbschranken und Rotampel auf die Gleise. Bedauerlicherweise 4 Tote und Verletzte. Warum eigentlich dieses Halbschrankensystem? Vollschranken mit Schutzgitter gegen Unterklettern hatten sich bewährt. Kosten sollten keine Rolle spielen. 100% Schutz wird es nie geben. Aber das Risiko sollte vor Kosten im Mittelpunkt stehen.mehr... -
klein-aber-fein
Wi sünd Bad Sült. Dat licht in Nordn von Dütschland. Ji kennt Bad Sült nich? Dat is keen Wunner. De Stadt is lütt un egentlich ahn Opregen. Wiern dor nich de Minschen un ehr Grappen in´n Kopp, de dissen Ort to een lütt Stadt mit groten Ogenblicken mocken. Kümm ran, wi vertell juch wat! Bad Sülze, seit 1927 als Kurort anerkannt, seit 1287 Sulte, dann 1301 Sulten und später Sülte und Sülze. Frau Dr. (dent.) Doris Schmutzer ist seit 25 Jahren in dem kleinen Ackerbürgerstädtchen ehrenamtliche Bürgermeisterin und wurde von über 60 Anwesenden herzlich begrüßt. Für ihr Schaffen im Dienste der Einwohner und des Ortes wurde sie 2020 als Frau des Jahres ausgezeichnet. Seit 1229 ist bezeugt, dass hier Soloquellen existieren. Das hat über die Jahrhunderte dem Städtchen seine große Bedeutung verliehen – die Salzgewinnung. Dazu wurden aus Holz gezimmerte 10 bis 15 m hohe Gradierwerke gebaut mit einer Gesamtlänge von 1,3 km. Das letzte Werk, der Friedrichsbau, wurde 1944 durch Blitzschlag beschädigt und 1970 leider abgerissen. Das funktionstüchtige kleinste Gradierwerk Deutschlands dient heute mehr der Genesung der Atemwege. Zwischen Bad Sülze und Tribsees liegt das Grenztalmoor. Sole und Moor sind sehr wohltuende Heilmittel, und so gilt Bad Sülze als „Ältestes Sol- und Moorbad Norddeutschlands“ (1822 erste Solekuren). Das in seiner Art einmalige Salzmuseum Mecklenburg wurde 1953 vom Chefarzt des früheren Rheuma-Sanatoriums, Dr. Kurt Fuchs, gegründet und ist mit Gradierwerk, Museumshof, -garten, Saline-Cafe´ und denkmalgeschütztem, 2020-2022 aufwändig restauriertem Kurpark ein Erlebnisort für jedes Alter. Weiterhin gilt Bad Sülze als Dalienstadt. Der Gärtnermeister Joachim Clasen war für die Bepflanzung des Kurparks verantwortlich und entschied sich für die Dalie. Aus einem aus Blüten gesteckten überdimensionalen Schuh (platt: Schau) entstand die seit 1981 am zweiten Septemberwochenende stattfindende „Dalienschau“ mit ca. 3.500 Pflanzen in über 150 Sorten. Nach der Schließung der alten Kurklinik wurde 1993 die neue Medianklinik eröffnet, die den gesamten Kurbetrieb unterhält. Weitere Sehenswürdigkeiten Bad Sülzes sind die gotische Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Rathaus am Markt (Mitte 19.Jh.), das Kurhaus von 1824, das ehemalige Alte Salzamt von 1739, der Alte Speicher in der Salinenstraße, die Mühle, der Kurpark mit den Salinenresten und das „Völkerschlachtdenkmal“ (ein 1913 errichteter Pavillon in Erinnerung an die Gefallenen 1813). Frau Dr. Schmutzer hat es wunderbar verstanden, den Liebreiz dieses städtischen Kleinods sichtbar werden zu lassen, und es ist hoch anzuerkennen, wie sie trotz der auch uns bekannten kommunalen Probleme dieses Städtchen für die Menschen so erlebbar macht. Sie betonte, dass sie das Flair dieser Kleinstadt auf jeden Fall weiter erhalten möchte. Ein Besuch Bad Sülzes sollte sich auch ohne Reha-Aufenthalt lohnen. Die Anwesenden dankten für den sehr interessanten Vortrag mit herzlichem Beifall. Wolfgang Mengel, Seniorenakademiemehr... -
energiewende-2
Werter Herr Ahrend, machen Sie es sich nicht zu einfach, nur die Gewinne der Ölkonzerne anzuprangern? Der allerschlimmste Preistreiber ist doch der gierige Staat, der den Bürgern schamlos in die Taschen greift. Zum Preis der Kraftstoffe kommt noch: Energiesteuer, CO₂-Steuer, Mehrwertsteuer, politisch gewollte Beimischung von zehn Prozent Ethanol (macht circa fünf bis sechs Cent und drei Prozent Mehrverbrauch – man diskutiert bereits über E 20 (!). Da sind wir bei circa 50 Prozent Steuern. Sie sehen, der Staat hat schon gehandelt, aber nicht im Sinne der Bürger. Jetzt redet man über Beimischungen bei den Heizmedien Gas und Heizöl, die sogenannte »Biotreppe«. Wieder eine staatlich vorgesehene Erhöhung ... Beim Strompreis haben wir ja eine ähnliche Situation. Da hat eine promivierte Physikerin dem Atomstromausstieg zugestimmt, weil wir in Deutschland ja jede Woche Erdbeben und Tsunamis haben. Ein gewisser Herr Trittin hat uns weisgemacht, der Atomausstieg kostet soviel wie eine Kugel Eis und ein Märchenerzähler hat der Atomindustrie den Todesstoß versetzt. Funktionsfähige Kraftwerke konnten nicht schnell genug außer Betrieb genommen werden. Man könnte an die Bilderstürmerei der Taliban erinnert sein. Der Stromkunde zahlt für Strom, der zwar erzeugt, aber nicht verbraucht werden kann, nur weil gewissen handelnden Personen nicht klar war, dass der Strom auch vom Norden in den Süden transportiert werden muss. Jetzt sollen die Lücke Gaskraftwerke schließen ... Eine dümmere Energiewende konnte man nicht organisieren. Wer bezahlt für diese Stümperei? Der Bürger! Eine letzte Bemerkung: Nehmen wir mal an, alle Autofahrer würden sofort E-Autos fahren. Abgesehen davon, dass die Ladeinfrastruktur nicht da ist (genug Strom wahrscheinlich auch nicht), dann würde der Verbrauch von Kraftstoffen brutal einbrechen, damit auch das Steuerergebnis. Aber bis dahin haben sich die Politiker schon wieder eine neue Steuer ausgedacht ...mehr...