Einzigartig

Leserbriefe des Herrn Hubert sind in ihrer Naivität doch immer wieder einzigartig. Sich ständig auf den rückgewendeten ehem. römisch katholischen Priester Drewermann zu beziehen, von Kontext redend, philosophische Grundfragen zu negieren, erinnert mich schon sehr an den ersten Satz aus dem Büchlein, aus dem das Diktaturzitat stammt. Auch aus dem Kontext gerissen. Wie wäre es mal mit der Lektüre aus der Feder des kürzlich verstorbenen evangelischen Theologen Prof. Heinrich Fink. Der im April 1990 vom Konzil der Humboldt-Uni gewählte war Dekan, Rektor und populär, stand im Herbst 89 für die Untersuchung von Vorkommnissen am 7. und 8. Oktober 89. DDR Prof., deshalb musste er weg. 1991 fand die Behörde des konservativen Kirchenvertreters Gauck, der nach dreimaligem Anlauf durch den Abschluß seines Theologiestudiums gewunken wurde, MfS Dokumentenfetzen für eine angebliche Tätigkeit Finks für das MfS. Gerichtlich nicht nachgewiesen, aber unterstellt, eine moderne Form von »Der Hexenhammer« aus dem Jahr 1487. An Finks Wirkungstätte steht (stand?) die 11. Feuerbachthese: »Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an sie zu verändern.« Sie erhebt die Forderung die Wirklichkeit so zu erklären, daß zugleich ihre notwendige Veränderung theoretisch begründet wird. Was die »Mehrheit des Volkes« 89 betrifft, lesen sie Bücher der Bürgerrechtlerin Daniela Dahn, oder des letzten DDR Innenministers Dr. Diestel. Wohin uns die realexistierende »bürgerliche Demokratie« nach der Entspannung der 70/80er Jahre führte ist offensichtlich. Der Stand ist die Konzeptlosigkeit aller Bundestagsparteien und ihrer z.T. »aggressiven Bodentruppen«.
Jürgen Schwarzenberg, Ludwigslust