Leserbriefe lesen

"Gemeinsamkeiten?"

Letztlich jährte sich der Tag des Überfalls auf die damalige SU zum einundachtzigsten mal. Dieser Überfall war an Brutalität einmalig in der Weltgeschichte. Der »Fall Barbarossa« sah die teilweise Ausrottung ganzer Bevölkerungsteilen vor, hierzu wurden alle geltenden Kriegsregeln abgeschafft. In meiner damaligen Heimatstadt Schneidemühl waren wir über seltsame Uniformen verwundert. Meine Freunde und ich erfuhren, dass es sich um »Wlassow-Kosaken« und um »Bandera-Soldaten« handelte. Der Krieg ging zu Ende und ich erfuhr, dass beide Einheiten mit Nazideutschland kollaboriert hatten, d.h. sie kämpften auf deutscher Seite. Dabei haben gerade die »Bandera-Soldaten« beim Einmarsch Deutschlands in die Ukraine gemeinsam mit den SS-Sondereinheiten im Gebiet von Babijahr die größte Mordaktion gegen ukrainische Juden mit zigtausenden von Toten innerhalb kurzer Zeit begangen. In der Gegenwart findet in diesem Gebiet wieder ein brutaler Krieg statt. Die RF hat ohne Ankündigung die Ukraine angegriffen. Der Krieg nimmt an Intensität immer mehr zu, ein Ende ist derzeit nicht absehbar, das Risiko einer globalen Ausein­andersetzung wächst. Von Anfang an, waren auf ukrainischer Seite, Freiwilligenverbände jeder Art im Einsatz. Es filterte sich heraus, dass auch Nachfolgetruppen der nationalistischen »Banderatruppen« im Rahmen der Verteidigungskräfte eingesetzt wurden. Sie tragen die alten Wehrzeichen, Fahnen usw.. Bei ihren Einsätzen zeichnen sie sich durch »besondere Tapferkeit« aus. Sie berufen sich auf ihren Namensgeber, haben diese Kräfte sich geändert? Kann man mit diesen Kräften zusammen auf einer Seite kämpfen? Was für ein Europa wollen diese Kämpfer?

Hans Lüdtke, Ludwigslust, 19.07.2022

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.