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Es lebe die High Society!

Es ist wohl kaum anzunehmen, dass sich arbeitslose Rostocker (Schiffbauer u.a.) im Hansekarree Glatter Aal in Rostock Wohnraum kaufen können. Ein Vierzimmer Penthouse ist für einen Kaufpreis von 1.100.000 € erhältlich. Eine 3-Raum Zimmerwohnung ist etwas preisgünstiger. Sie kostet dem Käufer nur(?) schlappe 730. 000 €. Wer diesen Reichtum besitzt, kann jetzt zuschlagen. So setzt man Maßstäbe für die High Society, um sie mit ihren teuren Autos nach Rostock zu locken, um sich möglicherweise eine Zweitwohnung, so nahe an der Ostsee zu leisten. Die Umwelt in Rostock wird dadurch nicht sauberer. Ich bleibe bei meiner sturen Haltung, dass diese Gebäude nicht ins Innere einer Stadt, wie Rostock gehören. Dass dieser nun fertig gestellter Gebäudetrakt auch einen Innenhof, der zu einer Mietskaserne gehört besitzt, war mir bisher nicht bekannt, weil von außen nicht erkennbar. Das wiederum ändert meine Meinung zur Bausubtanz nicht. Ein Vergleich dieser Bauten (Glatter Aal) mit den Häusern in der Langen Straße, in der neu entstandenen Altstadt, mit dem Giebelhaus am Universitätsplatz ist Rostock konform in der DDR ausgezeichnet gelungen. Für mich ein Zeichen, dass auch in der DDR gut und mit Überlegung gebaut wurde, um das architektonische Flair in Rostock zu gestalten und somit zu erhalten. So entstand kostengünstiger Wohnraum für Alle und nicht nur für die High Society. Solche High Society Bauten, wie die am Glatten Aal, passen nicht in unsere Stadt. Sinnbildartig sind sie ein Zeichen für Wohlstand, den in Rostock nicht jeder besitzt. Diese Bauten sind für mich eher ein Zeichen von kapitalistischer Großmannssucht.

Hartwig Niemann, Rostock, 12.05.2020

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