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< Zurück zur ÜbersichtUmdenken notwendig
Selbst erfahrene westliche Außenpolitiker haben sich kritisch zur derzeitigen Ukrainepolitik des Westens geäußert. Kein geringerer als der ehemalige US-Außenminister H. Kissinger (absolut kein Putin-Freund!) hat schon im März 2014 gesagt: „Um zu überleben und sich zu entwickeln darf die Ukraine Niemandes Vorposten sein. Vielmehr sollte sie eine Brücke zwischen beiden Seiten darstellen. (….) Wir sollten uns um Versöhnung bemühen und nicht um eine Dominanz einer der Fraktionen. (…..) Die Dämonisierung von Wladimir Putin ist keine Politik. Sie ist ein Alibi für die Abwesenheit von Politik.“ (Quelle: IPG Journal 06.03.2014).Werte und Sicherheitsinteressen aller Seiten wären gegeben bei einem Verzicht auf einen NATO-Beitritt der Ukraine und bei deren Neutralität. Welch weise Gedanken! Zum Nachdenken. Nun sage man nicht, das Gesagte stammt von 2014. Hätte man damals auf die vernünftigen, mahnenden Stimmen gehört, hätte es den Februar 2022 gar nicht gegeben. Aber sie wurden ignoriert. Der deutsche Kanzler und sein Außenminister reden zwar immer vom Frieden für die Ukraine und werfen Russland vor, dafür nichts zu tun. Aber wie ist es zu verstehen, wenn der Kanzler der Diplomatenmaschine mit der russischen Delegation, die zu Verhandlungen nach Genf fliegen will, die Überflugrechte über Deutschland verweigert und damit den Ablauf der Verhandlungen erheblich behindert? Da kann man wohl nicht von der Ernsthaftigkeit der Worte der Politiker überzeugt sein. Wolfgang Mengel, Stralsund
Wolfgang Mengel, Stralsund, 23.02.2026