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< Zurück zur ÜbersichtViel Geschrei und wenig Wolle
Seht, sagt der Hund, ich bin ein Held. Ich hab den Elefanten angebellt. So könnte man die Reden von Merz, Söder u.a. bei der Münchener Sicherheitskonferenz bezeichnen, wenn man ihre Aussagen zum künftigen Kurs gegenüber den USA bewertet. Starke Worte, wie man sich als Europa von Trump abgrenzen wolle und eine eigene Politik betreiben werde. Es fehlte nur die Ankündigung, dass man eine Brandmauer zu den USA errichten werde. Das klappt aber nicht im Inneren, und erst recht nicht im Äußeren. Jedem normal denkenden Menschen ist doch klar, dass Westeuropa auf Gedeih und Verderb von Amerika abhängig ist und eine eigene Politik nur in dem Rahmen funktionieren würde, wie die USA es zulassen. Neben der unauflöslichen wirtschaftlichen Beziehungen ist es doch vor allem der militärische Schutz, den die Europäer zu verlieren fürchten. Was also sind solche markigen Reden wert? Statt Stärke erscheint es eher wie das ängstliche Pfeifen im dunklen Wald. Besser als das Wortgeprassel und Kraftmeierei ist sicher der Denkansatz des Manuel Macron, wieder die Diplomatie und die direkten Gespräche miteinander zu präferieren und Probleme Auge in Auge zu besprechen. Dann hat die Vernuft wieder eine Chance und die Welt wird wieder sicherer.
Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 14.02.2026