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< Zurück zur ÜbersichtAusgrenzung statt fairem Miteinander
Ich könnte darüber klagen, dass es die von mir favorisierte Partei nicht in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern geschafft hat. Das ist bedauerlich, aber letztlich muss ich dieses Wahlergebnis akzeptieren. Was ich aber nicht nur unschön finde, sondern auch für ausgesprochen unklug und kurzsichtig halte, ist der Umgang der aktuellen Regierungskoalition mit der Partei, die bei der letzten Landtagswahl mit Abstand die meisten Stimmen erhalten hat. Sie von der politischen Zusammenarbeit auszuschließen, entspricht aus meiner Sicht nicht dem Wunsch vieler Menschen in unserem Land. Ich befürchte zudem, dass eine solche schamlose Ausgrenzung langfristig Folgen haben könnte, die eigentlich niemand von uns will. Stattdessen werden im Lande unbedeutende Kleinparteien, die nur mit Mühe und Not den Einzug ins Parlament geschafft haben, in die Regierungsbildung einbezogen, während der eigentliche Wahlsieger mit einer Beobachterrolle vorliebnehmen soll. War das der Wählerwille? Ich kann es mir nicht vorstellen! Eine solche unselige Konstellation, wie wir sie jetzt haben, wird politisch auf Dauer für zusätzlichen Sprengstoff sorgen und die ohnehin schon mäßige Stimmung im Lande weiter gefrieren lassen. Es reicht einfach nicht, immer nur gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Wohin die fruchtlose Diskussion um "Brandmauern" und "rote Linien" geführt hat, haben wir gerade anschaulich in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erlebt. Deshalb sollte es jetzt darum gehen, nicht weiter Schattengefechte zu führen, sondern miteinander zu sprechen, unterschiedliche Positionen auszutauschen und in der Sache um die besten Lösungen zu ringen. Was ich mir als Wähler wünsche, ist ein faires politisches Miteinander - und das es vor allem um Sachfragen geht und nicht vordergründig um Ämter und Posten. Sollte es den Parteien weiterhin nicht gelingen, dieses schädigende Geklüngel zu überwinden, werden hoffentlich beim nächsten Urnengang die Weichen so gestellt, dass wir aus dem jetzigen Dilemma unbeschadet herauskommen.
Günther Möller, Ludwigslust, 31.10.2026