Leserbriefe lesen

Beamtenboom

Nun hat auch unsere Oberbürgermeisterin E. M. Kröger reagiert, um das Ausufern des Beamtentums zu stoppen. Seit Jahrzehnten wird darüber geredet, nichts hat sich getan. Inzwischen sind es so viele Beamte geworden, dass sie selbst alle Ansätze für Reformen unterlaufen können. Zweifelsohne sollen Polizei, Feuerwehr, Zoll, Justiz zur Wahrung hoheitlicher Aufgaben sich auf Beamte stützen können, alle anderen Berufsgruppen gehören meines Erachtens nicht dazu. Empörend ist insbesondere, dass in den Amtsstuben der Ministerien in Berlin die Zahl in den letzten Jahren von circa 18.000 auf über 30.000 gestiegen ist. Und wenn dann die Riege nach einer Wahl abtreten muss, wird das noch mit einem »Goldenen Händedruck« (Abendsegen) vergütet. Da wird dem Steuerzahler jedes Mal kräftig in die Tasche gegriffen; die Höhe der Pensionen beläuft sich auf 66 Milliarden Euro jährlich – »Neiddebatte« völlig überflüssig. Wann werden die Privilegien der überflüssigen Beamten endlich reduziert oder völlig abgeschafft? Oder will man mit dieser Pfründensicherung die Spaltung unserer Gesellschaft vertiefen? Es ist höchste Zeit, die überholten Regelungen zu reformieren. Auch das gehört zur Demokratie. Unsere Großeltern kamen vom Lande, sie snackten platt: »De Beamten un de Schwien sind uns‘ Ruin, de fräten uns de Hår von‘ Kopp.« Viele Jahre sind vergangen, die Probleme sind geblieben.

Anonym., Rostock (Name dem Verlag bekannt), 22.10.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.