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Vor Tische las mans anders

So heisst es in Schillers Wallenstein, als es um dem Vertrag für Frieden ging, der vorher ganz anders lautete und unter Einfluss von Wein und Fröhlichkeit geschlossen werden sollte. Ähnlich kann man die Situation um die Regierungsbildung in MV sehen. In den jetzigen Sondierungsgesprächen bekunden SPD, Linke und Grüne den Willen zur Gemeinsamkeit. Das hörte sich vor den Wahlen alles ganz anders an. Da hagelte es Vorwürfe, Unterstellungen, persönliche Beleidigungen in Massen und was alles unmöglich mit dieser oder jener Partei zu machen sei. Alles nicht mehr wahr? Wer's glaubt! Es wäre ja wirklich sehr gut, wenn diese drei Parteien eine gemeinsame Sprache zum Wohle unseres Landes fänden, aber die politischen Ziele, vor allem der Grünen und den Linken, klaffen so weit auseinander, dass das kaum vorstellbar in einer Regierung erscheint, die erfolgreich arbeiten will. Bereits jetzt schon geht das Geschacher um die Ministerien los, die jede Partei für sich will, um ihre Ziele durchzusetzen. Frau Schwesig geht ein hohes Risiko ein, mit diesen Partnern zu scheitern, und was dann Neuwahlen brächten, das steht in den Sternen.

Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 18.10.2026

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