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< Zurück zur ÜbersichtDie andere Wahlanalyse
Die Aufregung über das für viele erstaunliche Ergebnis der demokratischen Wahl in Sachsen-Anhalt ist riesig groß. Der Ausgang kam trotz eines im Vorfeld veranstalteten Trommelfeuers aus allen Rohren dennoch so zustande. Erstaunen ruft nunmehr die Aufarbeitung durch die Verlierer hervor, denn die enorme Wahlbeteiligung von fast 80 Prozent lässt ein Ignorieren einfach nicht zu. Offenbar haben die Wähler erkannt, wer für die gegenwärtige deutliche Verteuerung sowie die seit Jahrzehnten bestehenden Probleme bei Renten, Gesundheit, Pflege, Bildung, Verkehr usw. die Verantwortung trägt, und dafür wurden verständlicherweise die Verlierer abgestraft. Eigentlich müsste man nun von ihnen eine gründliche selbstkritische Analyse mit entsprechenden Schlussfolgerungen für das weitere politische Vorgehen erwarten. Doch weit gefehlt. Stattdessen arbeiten sie sich am Wahlsieger ab. Die Überlegung, ein Parteiverbot anzustreben, kommt einer Bankrotterklärung gleich. Den eigenen Strategen müsste doch klar sein, dass eine Neugründung vielleicht mit einem neuen Namen unmittelbar folgen würde. Nichts als schäbig ist die schon geäußerte unverhohlene Drohung, Udo (unserem dummen Ossi) die Subventionen zu streichen, um ihn so auf Vordermann zu bringen. Hoffentlich macht sich einer unserer kompetenten Ökonomen daran, dass der 1.2 Millionen-Transfer größtenteils gut ausgebildeter Menschen gegengerechnet werden müsste. Aber Selbstkritik, gepaart mit völlig unrealistischer Selbstüberschätzung, gehört offensichtlich zum Markenzeichen unserer politischen Eliten. Wie kommt man nur darauf zu erklären, unbeirrt mit dem sozialen Abbau weiterzumachen und das den Menschen nur besser erklären zu müssen. Das ist nichts anderes als ein Anschlag auf die Intelligenz der Wähler, und die werden entsprechend mit ihrem Kugelschreiber reagieren.
Rainer Sabisch, Boizenburg, 01.10.2026