Archiv
< Zurück zur ÜbersichtVerklärung?
Kaum zu glauben, was die abschließende Bemerkung in einem Leserbeitrag durch die Worte »und außerdem hatten wir kaum Kriminalität« doch für einen umfassenden Kommentar hervorrufen kann. Dabei wissen wir doch alle, was die Schreiberin damit gemeint hat. Sie dachte dabei mit Sicherheit nicht an Taschen- und Bagatelldiebstähle, Beleidigungen, Hausfriedensbruch oder was immer an sonstigen Kleinstdelikten außerdem zur Kriminalität zählt. Ich denke, sie hatte dabei die schwereren Straftaten im Blick, die in öffentlichen Bereichen, auf Straßen oder Plätzen geschehen und von denen in den Medien immer wieder berichtet wird. Ich selbst kann bestätigen, dass ich zu DDR-Zeiten auch noch am späten Abend mit einem guten Sicherheitsgefühl durch die Straßen gegangen bin. Das ist heute leider … na ja. Ich finde, dass Kriminalität zu DDR-Zeiten nicht einfach so mit der Kriminalität in der heutigen Zeit vergleichbar ist. Und wenn man es doch tut, dann sollten zumindest entsprechende Statistiken mit einheitlichen Vorgaben und gleichen Auswertungskriterien zugrunde gelegt und verglichen werden. Alle anderen Betrachtungen sind unvollständig, denn Statistiken bieten vielfältige Möglichkeiten zur Interpretation. Das war damals so und ist heute nicht anders. Dennoch sollten wir uns nicht mit Statistiken aufhalten. Wie leben hier und jetzt und wenn das Sicherheitsgefühl bei den Menschen verloren geht, dann ist das ein ernst zu nehmendes gesellschaftliches Problem. Dann muss man darüber reden!
Anonym., Rostock (Name dem Verlag bekannt), 17.09.2026