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Wahlen ohne Einsicht

Die LT-Wahlen in Sachsen-Anhalthaben den etablierten Parteien einen mächtigen Schock versetzt. Nur die CDU brachte ein mageres zweistelliges Ergebnis, die FDP bleibt draußen und der Rest war nur einstellig. Von den abgegebenen 1.391.787 Stimmen fielen 576.037 an die AfD, die „restlichen“ 825.750 Stimmen (zwar insgesamt eine Mehrheit gegen die AfD) versammeln sich jedoch in Parteien, die unterschiedlicher nicht sein können und unter „normalen“ Umständen nur bedingt miteinander koalieren würden. Und nun wird fleißig daran gebastelt, wie man die AfD-Stimmen wieder unter den Teppich kehren kann. Aber keine Einsicht: Ganz kluge, fleißige, eifrige und hochintelligente (junge) Politiker halten ja nach wie vor stur die Brandmauer aufrecht. Ihre Intelligenz versperrt ihnen den Weg zu der Einsicht, dass sie sich selbst damit nur noch mehr schaden. Man mag zur AfD stehen, wie man will, sie ist nicht verboten und damit eine zugelassene demokratische Partei. An rechten Negativa wird ihr mehr unterstellt als dran ist, aber einem unliebsamen Gegner wird nun mal sämtliches Böse untergejubelt, wie man es mit Putin und Russland auch praktiziert. Und der Kampf um ihr Verbot stellt den Parteien solch ein Armutszeugnis aus, weil sie nichts in der Hand haben bzw. zu einer sachlichen Auseinandersetzung nicht bereit oder in der Lage sind und meinen, nur das bringt sie wieder in normales Fahrwasser. Sie müssten nämlich mal nach eigenen Fehlern suchen und sich ernstlich fragen, warum sie die Wähler nicht erreichen. Sie müssten ihre Politik hinterfragen, für wen sie eigentlich Politik gestalten und erkennen, dass für die breite Masse der Bevölkerung nichts übrig bleibt. Wenn alles nur in eine überbordende Aufrüstung, in eine totale Militarisierung der Gesellschaft gesteckt wird, weil man sich von Russland „bedroht“ fühlt, und Sozialpolitik, Gesundheit, Pflege, Bildung, Kultur, Sport u.a. kaum noch Almosen bekommen, wendet man sich einer Partei zu, die die Ukraineunterstützung und den Russlandkrieg ablehnt. Die AfD wächst nicht nur im Osten, sondern auch im Westen (siehe Kommunalwahl in NS), ist also kein spezielles Ostproblem. Und wenn die deutsche Regierung (mit Billigung des Parlaments!) alles an Geld und Waffen in höchst fragwürdige Staaten steckt und die eigene Bevölkerung bluten lässt (z.B. Energiepreise), braucht sie sich über eine Abwendung von ihr nicht zu wundern. Aber sie sind ja alle zu arrogant, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen und nachzudenken. Wie sagte Gorbi? „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Wie wahr, aber wohl nicht mehr in Erinnerung (hat ja ein Russe gesagt!). Gefordert werden muss: Solange die AfD als Partei zugelassen ist, hat sie als Wahlsieger ein Recht auf die Interessenvertretung ihrer Wähler. Sonst ist die vielgerühmte „Demokratie“ nur ein Feigenblatt.

Wolfgang Mengel, Stralsund, 16.09.2026

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