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< Zurück zur ÜbersichtKriminalität gestern und heute
Das leidige Thema Kriminalität in der DDR scheint zumindest für die jüngere Generation ganz klar zu sein. Sie hört und liest in den Leitmedien schließlich oft, wie schlimm die Zustände auf allen Ebenen gewesen sein sollen. Ob es in der DDR tatsächlich kaum Kriminalität gab, lässt sich keineswegs pauschal beantworten. Fakt ist jedoch, dass ich – wie auch die überwiegende Mehrheit der Menschen in der DDR – mich in den Straßen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich sicherer vor Überfällen, Raub und Übergriffen gefühlt habe als heute. Die Aussage von Herrn Hoffmann, dass geringere Diebstahlszahlen in der DDR lediglich auf das knappere Warenangebot zurückzuführen seien, sorgt eher für ein verständnisloses Schmunzeln. Schließlich kann eine Warenknappheit ebenso Begehrlichkeiten wecken wie ein Überangebot an unbezahlbaren Konsumgütern. Wenn heute nachweislich mehr als eine Million junge Menschen in der Bundesrepublik weder eine Ausbildung absolvieren noch einer Arbeit nachgehen, stellt sich die Frage, wie sie ihre stetig wachsenden und durch öffentliche Anreize geschürten Bedürfnisse decken. Ob eine solche Situation zu mehr Sicherheit oder weniger Kriminalität führt, darf stark bezweifelt werden.
Manfred Gütschow, Roggentin, 13.09.2026