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Die große Freiheit

Wenn man 7 km/h zu schnell ist, gibt‘s einen Bußgeldbescheid per Einschreiben mit deftiger Verwaltungsgebühr und Androhung von Konsequenzen - das gibt Geld, das funktioniert. Letztes Jahr lag über Monate ein Boot im Ziegelsee bis es begann zu sinken. Mit großem Aufwand wurde es geborgen - was das wohl gekostet hat? Nun liegt seit Monaten im Beutel die »große Freiheit« herrenlos herum. Der Fachdienst Ordnung kümmert sich. Seit März 26 ist auch der Fachdienst Umwelt involviert - was für eine Konzentration an Kompetenz! Laut Stadtsprecherin Michaela Christen kümmern sich die wohl verbeamteten »Schildbürger« weiterhin intensiv um die Lösung des Problems. Der Besitzer des Bootes ist nicht auffindbar. Ein Verbotsverfahren mit Beseitigungsandrohung wurde eingeleitet - nichts ist passiert. Der Kontrolldruck wird hochgehalten. Eine Ersatzvornahme ist angedacht. Die Anordnung muss öffentlich gemacht werden - es bedarf einer Frist, bis das Boot dann endlich weggeräumt werden kann. Ein Gremium (der Schildbürger) soll Vorschläge zur besseren Ahndung machen aber erst nach der Sommerpause - wie schön. In Vorbereitung der Landtagswahl wundere ich mich über die geniale Wahlkampftaktik der Stadt Schwerin - Sicherheit und Ordnung als Schwerpunkt? Vielleicht sollte man den Stoff dramaturgisch bearbeiten unter dem Titel »Schildbürger von Schwerin - ein Trauerspiel« für die Schlossfestspiele. Erfolg garantiert.

D.-R. Böttcher Böttcher, Lübstorf, 08.09.2026

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