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Nur noch Radfahrer?

Güstrow möchte Tourismusstadt sein. Der Inselsee wird als beliebtes Naherholungsziel und touristischer Hotspot beworben. Es gibt Angebote zum Baden, Wandern, Radfahren und sogar Bootsfahrten. Doch wenn man genauer hinschaut, stellt sich die Frage: Wo bleiben eigentlich die Touristen – und vor allem die Fußgänger? Am Inselsee scheint sich immer mehr alles auf den Radverkehr zu konzentrieren. Ein Radweg Pfahlweg – Schöninsel wird ausgebaut und gefeiert – aber wo ist der vernünftige Weg für Menschen, die einfach zu Fuß am See spazieren möchten? Nicht jeder Besucher kommt mit dem Fahrrad. Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, Behinderte oder Menschen, die schlicht einen Spaziergang genießen möchten, brauchen ebenfalls attraktive und sichere Wege – wo bleiben die? Auch beim Thema Wasser stellt sich die Frage, wie ernst es mit dem touristischen Angebot gemeint ist. Ein See, der als Erlebnis- und Naherholungsziel beworben wird, sollte doch mehr bieten als einen Radweg rundherum. Ein Bootsverleih und die Kutterfahrten gehören schließlich ausdrücklich zum touristischen Angebot am Inselsee. Besonders bedauerlich ist der Zustand der Wasserwege und Kanäle. Bereiche wie Schwanenhals und Ziegenhals zum 3. See drohen zu verwildern. Wenn solche Verbindungen nicht gepflegt und zugänglich gehalten werden, geht ein wichtiger Teil des Erholungs- und Naturerlebnisses verloren. Wenn Güstrow wirklich mehr Touristen an den Inselsee bringen möchte, sollte man nicht nur darüber reden, sondern entsprechende Infrastruktur schaffen: vernünftige Fußwege, attraktive Aufenthaltsbereiche mit Gastronomie und ein dauerhaft sichtbares Freizeitangebot. Dem entgegen steht, dass private Bürgerinitiativen abgelehnt und noch zusätzlich bekämpft werden – so wie der beabsichtigte Abriss des Pumpenhauses am Pfahlweg. Augenscheinlich bleibt vom viel beschworenen „Tourismus-Hotspot Inselsee“ am Ende nur ein überdimensionaler Radweg im Uferbereich übrig, der nicht regulär („Auf eigene Gefahr“) von allen genutzt werden darf! Tourismus bedeutet nicht: freie Fahrt nur für Fahrräder. Es ist Zeit, den Inselsee wieder als das zu behandeln, was er sein sollte: ein attraktives Naherholungs- und Tourismusgebiet für alle.

Anonym., Güstrow - Landkreis - Güstrow (Name dem Verlag bekannt), 06.09.2026

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