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Wer sich derzeitig die Mühe macht, um die Losungen auf den Wahlplakaten zu verinnerlichen, findet interessante und weniger berührende Botschaften. Letztendlich muss jede Partei gut überlegen, wie sie mit einem begrenzten Etat möglichst viele Wähler erreicht. Mühe muss man sich auf jeden Fall geben und es schadet auch nicht, wenn man kreativ oder humorvoll Ideen umsetzt. Manche Wahlplakate bieten sogar einen Überraschungseffekt (im positiven Sinn). Es gibt allerdings auch manchmal Grenzwertiges oder eine Wortwahl, die wenig förderlich für eine demokratische Gesellschaft ist. Wer zum Beispiel Hass-Botschaften aussendet, sagt damit, dass er das Wesen einer Demokratie nicht verstanden hat, denn in dieser gibt es verschiedene Perspektiven auf die Dinge des Lebens. Ich würde mir deshalb wünschen, dass jede Partei sehr genau auf ihre Wortwahl achtet. Hass erzeugt bekanntlich wieder Hass. Statt der Sendung von Hass-Botschaften könnte man seine Kraft dafür verwenden, um konkret Gehandicaten, Tieren oder dem Klima zu helfen. Sicher werden viele von den Versprechnungen, die die Parteien derzeit im Wahlkampf machen, aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren sein. Trotzdem muss man anerkennen, dass sich wenigstens darum bemüht wird, das Leben für viele Menschen erträglicher zu machen. Wer seine Energie dafür verwendet, um die Interessen von Benachteiligten zu stärken, verdient Anerkennung.
Kerstin Schnegula, Rostock, 18.08.2026