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< Zurück zur ÜbersichtLektion fürs Leben
Als kleines Kind, als ich zum ersten Mal anfing, über Geld nachzudenken und begriff, was man alles kaufen kann und dass man dabei für das eine mehr Geld ausgeben muss als für anderes, tauchte bei mir die Frage auf: „Kann man eigentlich auch einen Menschen kaufen?“ Unser lieber Nachbar, ein alter Mann, der den Krieg erlebt hatte, beantwortete meine Frage sehr schnell und eindeutig: „Nein, einen Menschen kann man nicht kaufen oder verkaufen, ein Mensch ist unbezahlbar.“ Ich bin dankbar für diese Lektion fürs Leben. Ich werde sie nie vergessen. Leider scheinen viele Menschen solch einen Lehrmeister nicht gehabt zu haben: Wie sonst, kann man einerseits von humanitären Gründen sprechen und gleichzeitig davon, wie teuer das alles sei und wie es doch alles nur ein einziges Problem sei. Wie er es wirklich besser machen würde, sagt uns der Leserbriefschreiber mit der großen Sachkenntnis aber lieber nicht. Er belässt es beim Klagen. Ich halte dagegen: Ich bin froh, dass Deutschland den Atomausstieg gewagt hat, weil alles andere verantwortungslos ist. Ich bin froh, in einem Land zu wohnen, in dem humanitäre Gründe etwas bedeuten. Ich bin dankbar, dass viele Coronamaßnahmen gegriffen und viel Schlimmes verhindert haben. Und bei alledem weiß ich, dass in der Politik Fehler gemacht werden, große Fehler vielleicht sogar. Wie denn auch nicht, wo doch die Politiker keine Kaste für sich sind, die von irgendwo eingeflogen wurden, sondern von und aus uns fehlerhaften Menschen gewählt wurden. Und schließlich weiß ich und halte daran fest: Wir fehlerhaften Menschen sind doch, jede und jeder für sich, unbezahlbar.
Wolfgang Hubert, Scheyern, 23.07.2026