Leserbriefe lesen

Armes Deutschland?

Antwort auf den Leserbrief "Armes Deutschland!" vom 17.07.2026

Ich weiß nicht, woher Anonymus aus Rostock es hernimmt, dass Deutschland kein reiches Land sei. Und ich weiß nicht, woher er es nimmt, dass in reichen Ländern es keine Altersarmut, keine Kinderarmut, kein Pflegenotstand, keine maroden Schulen gibt etc. und dass darüber keiner spräche. Woher Anonymus die doch etwas sehr simple und vage Gewissheit hat, dass es Millionen gäbe, die nichts in die Krankenkassen einzahlen, aber die volle Versorgung genössen, bleibt nebulös. Und mehr noch auch seine absurde Behauptung, Cannabis sei freigegeben worden, „damit die Leute nicht viel nachdenken und diese unfähigen Politiker wählen“ - noch nebulöser im wahrsten Sinne des Wortes. Es hätte nur noch gefehlt, dass er meint, AfD zu wählen sei hingegen logisch und vernünftig, so also hätten Rechtsextreme jemals Gutes für Land und Leute gebracht. Und der Nebel der Vergangenheit mit der Huldigung des DDR-Regimes setzt noch einem oben drauf. Fehlt nur noch das Absingen der DDR-Hymne wie vor Tagen in Dessau. … Und eh ich’s vergesse: Anonymus zitiert eingangs Heine mit jenem „Denk ich an Deutschland in der Nacht, …“ und übersieht, weil anscheinend nicht weitergelesen wurde, dass diese Passage sich nicht um die politische Situation seiner fernen Heimat dreht, sondern nur und ausschließlich um die Sehnsucht nach seiner Mutter. In diesem Falle literarischen Offenbarungseids ist vor einiger Zeit öffentlich-rechtlich medial auch ein Herr Chrupalla getappt und über die eigenen Füße peinlich gestolpert.

Haiko Hoffmann, Schwerin, 20.07.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.