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Gedanken zur Chancengleichheit

In einer idealen Welt, die für alle Menschen dieselben Chancen eröffnet, gibt es weniger Kriege und Unzufriedenheit, dafür mehr freudvolle Momente und Zusammenhalt. Jeder hat im Laufe seines Lebens aber die Erfahrung gemacht, dass Ideale schwer erreichbar sind. Wer möchte, dass sich die Chancengleichheit verbessert, muss sich aktiv an der Gestaltung der gesellschaftlichen Bedingungen beteiligen. Will man, dass sich gute Noten noch lohnen, muss man Sorge dafür tragen, dass die Bewerber eine faire Chance erhalten. Es ist in vielen Bereichen leider so, dass Beziehungen hilfreicher sind als gute Voraussetzungen. Ein großer Teil der Fußballfreunde hatte sich sehr empört, weil Donald Trump seine Netzwerke nutzte, um zu seinem Ziel zu kommen. Zurecht haben sich die Befragten aufgeregt. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass mehr Menschen darüber nachdenken, was Netzwerke (gute Beziehungen) bedeuten, denn fast jeder Zeitgenosse ist froh darüber, dass er bestimmte Menschen kennt, die ihm in Notlagen z.B. helfen können. Diese Notlagen berechtigen aber nicht dazu, in anderen Bereichen Menschen mit Entscheidungskraft unter Druck zu setzen. Wer eine bestimmte Wohnung, einen besonderen Ausbildungsplatz oder z.B. einen guten Job sucht, darf nicht bevorzugt werden, weil er über bessere Netzwerke verfügt.

Kerstin Schnegula, Rostock, 13.07.2026

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