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< Zurück zur ÜbersichtNiemand schaut hin
Der ADAC hat es jüngst klar formuliert: „Der aktuelle Anstieg der Kraftstoffpreise ist aus Sicht des ADAC nicht gerechtfertigt.“ Der Rohölpreis steigt nicht, und dennoch schnellen die Preise an den Tankstellen nach oben. Genau dieses fragwürdige Muster konnte ich heute in Sellin beobachten: Um 11:50 Uhr lag der Preis bei 1,91 Euro, kurz vor 12:00 Uhr plötzlich bei 2,13 Euro – ein Sprung von 22 Cent innerhalb weniger Minuten. Wenn Mineralölkonzerne bereits vor dem Ende des Tankrabatts die bevorstehende Steuererhöhung einpreisen, dann ist das nichts anderes als eine verdeckte Preispolitik auf dem Rücken der Bürger. Besonders bitter ist dabei, dass Politik und Aufsichtsbehörden öffentlich versprochen haben, „genau hinzuschauen“. In der Realität passiert jedoch das Gegenteil: Die Preisgestaltung bleibt intransparent, die Kontrolle wirkt zahnlos, und die Bürger zahlen die Zeche. Für einen Tourismusort wie Sellin, der auf Mobilität angewiesen ist, sind solche Preissprünge nicht nur ärgerlich, sondern schädlich. Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch konsequentes Handeln. Wenn Verantwortliche ihre eigenen Zusagen nicht einhalten, verliert ihr Wort an Gewicht. Es ist eine Schande – und es zeigt einmal mehr, dass die Bürger sich auf politische Versprechen in dieser Frage nicht verlassen können.
Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 30.06.2026