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Gastronomie in der Krise – was sich ändern muss

Seit Monaten beobachten wir, dass viele Menschen deutlich seltener in Restaurants gehen. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber sie haben eines gemeinsam: Sie sind hausgemacht und lösbar. Wenn wir wollen, dass unsere Innenstädte lebendig bleiben und die Gastronomie überlebt, müssen Politik und Betriebe gleichermaßen handeln. Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die aktuellen Preise als nicht mehr nachvollziehbar. Steigende Kosten sind real, doch Transparenz fehlt oft. Wer 22 Euro für ein einfaches Gericht bezahlt, möchte verstehen, wofür. Gleichzeitig berichten Gäste von schwankender Qualität, überlastetem Personal und einem Service, der nicht mehr dem entspricht, was man früher selbstverständlich erwarten konnte. Hinzu kommt ein politisches Umfeld, das Gastronomen das Leben unnötig schwer macht. Das ständige Hin und Her bei der Mehrwertsteuer, überbordende Bürokratie und fehlende Planungssicherheit führen dazu, dass viele Betriebe kaum noch wirtschaftlich arbeiten können. Diese Unsicherheit spüren auch die Gäste. Dabei wünschen sich die Menschen nichts Unmögliches: faire Preise, verlässliche Qualität, freundlichen Service und ein angenehmes Ambiente. Restaurants müssen wieder Orte werden, an denen man sich wohlfühlt – nicht nur Konsument, sondern Gast ist. Und die Politik muss endlich Rahmenbedingungen schaffen, die kleinen und mittelständischen Betrieben das Überleben zu ermöglichen. Wenn wir wollen, dass Menschen wieder häufiger essen gehen, brauchen wir Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und eine Gastronomie, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert – nicht an kurzfristigen politischen Entscheidungen.

Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 14.06.2026

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