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Denn bei der Post geht's nicht so schnell, so singt die Christel von der Post in einer bekannten Operette. Das stimmt aber nur zum Teil. Auf manchen Gebieten geht es doch sehr schnell bei der Post, nämlich bei Schließungen von Poststellen und Portoerhöhungen. Künftig wird es in der Schweriner Innenstadt keine Post mehr geben. Die bisherige Poststelle am Marienplatz wird auch noch geschlossen, und Postleistungen sollen irgendwo in Geschäften verlagert werden. Früher war die Post mal ein Staatsbetrieb und Postleistungen waren ein Teil der staatlichen Hoheit und Grundversorgung. Mit der Privatisierung der Post und der Bahn hat sich der Staat aus seiner Verantwortung geschlichen und dem Chaos Tür und Tor geöffnet. Es geht in diesen Unternehmen nur noch um Gewinn, der Kunde ist nur noch der Bezahler. Immer weniger und schlechtere Leistung bei ständig steigenden Tarifen. Und niemand hält das auf, weil der Staat keinen Einfluss mehr darauf hat, trotz Steuergelder für die Unternehmen. Auf Kritik der Schweriner Stadtoberen an dem Vorgehen der Post antwortete diese, aus ihrer Sicht hätte man in Deutschland genügend Postämter und im Durchschnitt seien die Bürger ausreichend versorgt. Ein Sprichwort sagt, im Durchschnitt war der Graben einen Meter tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen.
Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 16.05.2026