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< Zurück zur ÜbersichtEs muss auch mal gut sein
Seit Tagen nimmt ganz Deutschland Anteil am Schicksal des gestrandeten Wals in der Ostsee von MV. Wohl jeder hätte gewünscht, dass es gelingen würde, das Tier wieder in tiefes Gewässer zu bringen und es zu retten. Aber alles umsonst, und erfahrene Meeresbiologen bestätigen, dass der Wal nicht überleben kann, weil er offensichtlich so krank ist, dass er keine Überlebenschance hat. Also soll er in Ruhe sterben und nicht weiter mit Rettungsversuchen gequält werden. Dass das den Tierfreunden nicht gefällt und sie traurig macht, ist verständlich und nachvollziehbar. Das es jetzt aber eine unwürdige deutschlandweite Kampagne gegen die Retter gibt, in der sie beschuldigt werden, zu wenig getan zu haben und den Wal vorsätzlich sterben lassen, ist nun wirklich zu viel. Strafanzeigen gegen Minister Backhaus, Beschimpfungen und sogar Morddrohungen gegen die vielen freiwilligen Helfer, das geht nun wirklich zu weit und hat mit Tierliebe nichts mehr zu tun. Wo sind wir nur hingeraten, wenn das Internet nur hauptsächlich genutzt wird, um blinden Hass und eigenen Frust auszuleben? Es ist nun mal der Lauf des Lebens, dass am Ende der Tod steht. Wenn Fachleute zu dem Schluss kommen, dass es besser ist, den Wal nicht weiter zu quälen und der Natur ihren Lauf zu lassen, dann darf man dem auch mal vertrauen und es akzeptieren. Ich würde mir wünschen, diese Eiferer und Hasskommentatoren würden menschlichem Leid genauso engagiert begegnen, über das so oft hinweg gesehen wird.
Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 11.04.2026