Leserbriefe lesen

Wettlauf gegen die Zeit

Die führenden Wirtschaftsinstitute gehen in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Prognose von einer BIP Steigerung von 0,6 % für 2026 statt bisher 1 % aus. Für 2027 senkten sie die Prognose auf 1 %. Die gegenwärtige Bundesregierung führt die Talfahrt der Wirtschaft zum Schlußpunkt. Um so rabiater werden die sozialen Einschnitte. Den Krankenkassen fehlen im kommenden Jahr 15 Mrd. €. Jetzt liegen 66 »Lösungsvorschläge« vor. Gleichzeitig steigen die Rüstungsausgaben. Die bisherigen »Reformen« der Bundesregierungen im Gesundheitswesen gingen immer zu Lasten der Versicherten und der im Gesundheitswesen Beschäftigten. Höhere Beiträge, gleichzeitig Leistungsreduzierungen, Einbeziehung bisher versicherungsfremder Leistungen, Beispiel Adipositas – 63 Mrd.€/ Jahr, KH Sterben und lange Wartezeiten. Die 75 Mio. GKV Zahler haben auch die Beiträge für Sozialhilfeempfänger getragen, eine Aufgabe des Staates. Die täglichen Kosten der KK betragen eine Mrd. €. Für Patienten entstehen durch Ärztemangel weite Wege, Krankenhäuserreform von Lauterbach brachte Spezialisierung, KH Schließungen, brisantes Beispiel Kinderstationen, und weite Wege für Krankenfahrten und Angehörige. Die Folgen der jetzigen Vorschläge stehen bereits in Kritik. Medikamentenversorgung und Profitstreben, Beitragsfreie Familienversicherung bringt Frauen und Kinder in soziale Nöte. Gesundheitsvorsorge ist eine langfristig wirkende Zielstellung. Zu wenig steht Kostensenkung im System, Beispiel Zahl der GK, jede hat höchstbezahlte Vorstände. DDR Beispiel: 10% des Einkommens (bis 600 Mark), also max. 60 Mark, wurden für die KK u. Rentenversicherung gezahlt. Die Versorgung reichte von Schwester Agnes über Ambulanzen, Polikliniken, Krankenhäuser bis Uni Kliniken, ohne Zuzahlungen. Kommunen, wie der LK LWL, haben in den letzten Jahren bereits kommunale Trägerschaften übernommen, um verbliebene Standorte zu erhalten. Aus dem Bildungssystem muß der Bedarf der Gesellschaft an Fachpersonal gesichert werden. Meine Hochachtung dem medizinischen Personal welches in dieser Problemzone gute Arbeit leistet und das nicht nur am 7. April dem Weltgesundheitstag.

Jürgen Schwarzenberg, Ludwigslust, 10.04.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.