Leserbriefe lesen

Arbeitsschutzgesetz für Legehennen?

Zu "Der Vertrieb ist der Knackpunkt" ( Ludwigsluster Blitz, Ausgabe 14/36 vom 05.04.2026) Der Artikel zur „Würdigung“ der Legehennen hat mich sprachlos zurückgelassen. Er liest sich wie die Beschreibung eines netten Arbeitsplatzes – den „Legehennenazubis“ wird sogar eine Mittagspause zugestanden. Die Realität sieht leider anders aus: die „Azubis“ sind lediglich eine neue Generation Qualzucht. Die Legehennen „arbeiten“ nicht, sie werden pausenlos ausgebeutet. Sie sind nicht „werktätig“, sondern lebenslang zur Zweckerfüllung eingesperrt. Es sind keine „Damen“, sondern fühlende Individuen. Die euphemistische Wortwahl ist erniedrigend - die Hennen haben in ihren meist kranken, zu Höchstleistung herangezüchteten Körpern keine andere Wahl, als in Dunkelheit, Enge, Lärm und Dreck ein Produkt für den menschlichen Genuss zu erschaffen. Die Hervorhebung einer gesteigerten Legeleistung bei nahezu gleichbleibender Anzahl an Hennen ist keine Würdigung, sondern das Abbild von Effizienz und Profit. Die Hennen legen sich auch nicht ins Zeug, sondern wurden von 30 Eiern/Jahr auf über 300 Eier/Jahr hochgezüchtet – sinkt diese Zahl auch nur minimal, endet die Würdigung im Schlachthaus! Die Hervorhebung der Bioproduktion ist ein buntes Label für das Gewissen des Menschen – die Bedingungen für die Tiere ändern sich kaum! Die Frage „Was wäre das Osterfest ohne ein Ei?“ lässt sich leicht beantworten: „Es wäre ein Osterfest mit Mitgefühl und ohne Ausbeutung!“

Steffi K., Ludwigslust, 05.04.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.