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Gedanken zur Wehrpflicht

Der Mensch, auch Homo sapiens genannt, stammt aus der Familie der Menschenaffen und bezeichnet sich selbst als das höchst entwickelte Säugetier. Das lateinische Wort „sapiens“ steht dabei für Eigenschaften wie weise, klug und vernünftig. Das Wort Wehrpflicht bedeutet unter dieser Voraussetzung, das vernünftige und kluge Lebewesen, gemeint sind Menschen, zu verpflichten, andere vernünftige und kluge Menschen zu töten, ob sie wollen oder nicht. Der Befehl zum Töten wird vom obersten Befehlsgeber ausgesprochen, der in früheren Jahrhunderten selbst am Kampfgeschehen teilnahm. Dieses weise, kluge und vernünftige Lebewesen Mensch müsste doch eigentlich bestrebt sein, jedem Menschen auf der Welt, unabhängig von Nationalität, Religion, Weltanschauung usw., freundlich und höflich zu begegnen. Nein, das darf er nicht, weil er einem Befehlsgeber Gehorsam geschworen hat. Bevor zur Waffe gegriffen wird, sollten doch die Menschen, die im Land das Sagen haben stets darauf verzichten, den Nachbarn durch provozierende Handlungen zu verärgern. Auch friedliche territoriale Vergrößerungen können dazu beitragen. Und wenn dem so ist, dann heißt es den Kopf anstrengen und auf diplomatischem Wege eine gute Nachbarschaft wiederherzustellen. Die sich in Europa gebildeten Nationalstaaten sind nun einmal da und müssen zusammen auskommen. Gebäude, Straßen und Fabriken können wiederhergestellt werden, ein getöteter Mensch bleibt tot. Das bedeutet großes Leid für Familie und Freunde. Jeder Mensch, der den Befehl zum Töten ausspricht, sollte vorher bedenken, der kostbarste Besitz des Menschen ist das Leben. Er wird nur einmal geboren und sollte seine Zeit nicht damit vergeuden, andere Menschen zu töten.

Winfried Schwarzer, Rostock, 14.03.2026

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