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Baustellen in Rostock

In einem Newsletter einer Rostocker Tageszeitung las ich neulich von einem Baustellenkatalog 2026, mit der Ankündigung, dass für dieses Jahr mit circa 500 Baustellen im Stadtgebiet zu rechnen ist, kleinen und großen, wie die zum Beispiel in der Herweghstraße, die schon zwei Jahre lang für eine Vollsperrung sorgt und die hoffentlich im November 2026 beendet ist. Das wird mit Sicherheit erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Hansestadt haben. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es auch im letzten Jahr etwa 400 Baumaßnahmen und das fand ich schon enorm. Da stellt sich mir doch die Frage: Wie viele Baustellen kann eine Stadt wie Rostock vertragen, wenn sie im Sommer Gäste, Touristen und Urlauber empfangen und beherbergen, aber nicht ihr Ansehen als Urlaubsregion verlieren will. Es ist nichts dagegen einzuwenden, Projekte zum Erhalt der Infrastruktur, die mit Fördergeldern unterstützt werden, auch zu realisieren, aber derzeitig hat man leider den Eindruck, dass ständig weitere Programme aufgelegt werden, aber nur wenige termingerecht enden. Da ist ein Chaos doch vorprogrammiert. Zwar werden sich die Verkehrsteilnehmer irgendwie mit der Situation schon arrangieren und ihren Weg finden, aber das hat doch nichts mehr mit einer urlauberfreundlichen, sympathischen und lebenswerten Stadt zu tun. Die Urlauber kommen, um hier die beste Zeit des Jahres zu verbringen, sich zu erholen und auch um Geld auszugeben, worauf unsere Region dringend angewiesen ist. Damit sie das auch tun, dafür müssen wir aber die Voraussetzungen schaffen. Wenn ich mir jedoch die Innenstadt anschaue, habe ich den Eindruck, dass die renommierten und interessanten Geschäfte eher abwandern, statt ihren Standort zu festigen. Damit wird die Innenstadt immer unattraktiver für Besucher und Einheimische. Ein Grund dafür dürfte auch sein: Weniger öffentliche Parkplätze – weniger Besucher. Ich würde meine Einkäufe auch nicht zum P+R-Parkplatz schleppen wollen, sondern stattdessen doch lieber zu den Geschäften am Stadtrand fahren. Wenn wir jetzt auch noch mit einem übermäßigen Baustellenbetrieb aufwarten, könnte dies das Besucheraufkommen im Sommer schon empfindlich bremsen. Für mich war das Baustellenvolumen im letzten Jahr schon die absolute Grenze der Zumutung und deshalb meine ich: Manchmal ist weniger – mehr.

Anonym., Rostock (Name dem Verlag bekannt), 02.03.2026

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