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Bürger-Euro für Bürgerbauten

Am 18. Februar 2026 wurde die Vortragsreihe »Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock« mit Dr. Eckart Schörle als Referenten fortgesetzt. Sein Vortrag lautete »Hus Uhlenflucht – Wanderquartier der Rostocker Natur­freunde 1921 bis 1933«. Im vollbesetzten Veranstaltungsraum des AWO-Clubs Südstadt eröffnete sich der Blick auf ein Kapitel der Geschichte, das 1933 durch die Nazi-Herrschaft gewaltsam beendet wurde und über das im wahrsten Sinne des Wortes Gras zu wachsen droht. Der Vortrag veranschaulichte die Leidenschaft und Hingabe, mit der die Naturfreunde nach ihrer Tagesarbeit und an den kurzen Wochenenden solidarisch für die Gemeinschaft wirkten. Auch bei der Errichtung des Wanderquartiers galt das Motto »Arbeitergroschen für Arbeiterbauten«. Erinnert wurde dabei an den damaligen Leiter der Naturfreunde in Mecklenburg, Hans Bernitt. Zur Freude der Versammelten nahm an der Veranstaltung sein Enkel Norbert Bernitt teil. Er hatte Text und Notenmaterial eines Liedes bereitgestellt, das den Erbauern von Hus Uhlenflucht gewidmet war. Die dadurch ermöglichte und die Anwesenden überraschende Interpretation des Liedes wurde mit freundlichem Beifall quittiert. In der Aussprache stellte sich die Frage, was wir aus den übermittelten Erfahrungen für ein gemeinschaftliches Engagement in der Gegenwart übernehmen können. Kann eine Schlussfolgerung das Motto »Bürger-Euro für Bürgerbauten« sein? Zur Vertiefung dieses Gedankens eignet sich der nächste Vortrag in dieser Reihe mit Diplom-Museologen Ronald Piechulek über die bürgerliche Rostocker Gesellschaft »Societät« im 18. und 19. Jahrhundert am 18. März um 17.30 Uhr im AWO Club Südstadt.

Klaus Röber, Initiative »Volkshaus Rostock« , 02.03.2026

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