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< Zurück zur ÜbersichtDebattenkultur ein Fremdwort
Kaiser Wilhelm Il hat das Parlament mal "Reichsaffenhaus" genannt. Wenn man die vergangene Generaldebatte über den kommenden Haushalt verfolgt hat, dann kommt man doch ins Grübeln, ob da nicht etwas dran ist. Von sachlicher parlamentarischer Debatte keine Spur. Dafür um so mehr Pöbelei, Beleidigungen und endlose Schuldzuweisungen. Dass es leidenschaftliche und hitzige Debatten gibt, ist normal und belebt das Politikgeschäft, aber lautstarke Zwischenrufe wie Gesindel, halt endlich dein Maul, und Abgeordnete, die nach mehreren Ordnungsrufen laut pöbelnd den Saal verlassen müssen, das geht entschieden zu weit. Im Parlament sitzen doch Menschen, die sich mit akademischen Titeln schmücken und in Talk Shows immer wieder einen kulturvollen Umgang miteinander fordern, aber für sie gilt das scheinbar nicht. Ich warte darauf, dass sie wie in manchen Ländern wie Türkei, Ukraine, Südamerika prügelnd aufeinander losgehen. Wenn die Eliten so miteinander umgehen, wen wundert es dann, dass in unserem täglichen Leben brutale Gewalt immer mehr zur Normalität wird und das blanke Messer das gängige Argument ist?
Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 12.09.2026