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Herr Fehrmann schildert in der Ausgabe vom 8. August 2026 die Berichte über die DDR und hat meine volle Zustimmung. Ich, Jahrgang 1940, geboren in Schwerin, habe nicht nur das Ende des Krieges, die Flüchtlingstrecks und den Wiederaufbau der zerstörten Teile Schwerins erlebt, sondern auch den Schulbeginn mit überfüllten Klassenräumen, dem Hunger und der ersten Schulspeisung. Es war ein einfaches Roggenbrötchen, ausgegeben von unserer Klassenlehrerin. Ich wurde Pionier und war gleichzeitig Mitglied der Jungen Gemeinde in Schwerin. Ich wurde konfirmiert und keiner hat mich gezwungen, an der Jugendweihe teilzunehmen. Als Pionier habe ich zum Internationalen Kindertag auf dem Alten Garten eine Rede gehalten und bin zum Deutschlandtreffen nach Berlin delegiert worden. Mit der Jungen Gemeinde haben wir Bootstouren ins Ramper Moor gemacht und über den damaligen Landesjugendpastor habe ich meine erste Lehrstelle bekommen. Danach begann ich eine zweite Lehre, die ich auch mit einem Facharbeiterzeugnis (Gesellenbrief) abschloss. Danach folgte ein erfolgreiches Meisterstudium. Was sich im nachhinein so locker anhört, war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Man benötigte fürs Studium immer eine Delegierung, da ich keiner Partei angehörte, war das sehr schwierig, aber ich habe es gemeistert. In meiner Freizeit war ich Radsportler bei Post Schwerin und Schwimmer bei der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lok Schwerin, aber auch aktiver Seesportler bei der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) im alten Gebäude am Franzosenweg. Hier habe ich 1953 meine Seesportprüfung A abgelegt und war damit der jüngste Kutterführer in Schwerin. Auch mein weiterer Lebensweg war eng mit Schwerin verbunden und ich hatte niemals den Wunsch, meine Heimat zu verlassen. Nach meinem Umzug nach Consrade und der Eröffnung meines Betriebes lernte ich die Mentalitäten unserer Westdeutschen Kollegen kennen, denn ich hatte mich mit einer Hamburger Firma zu einer GmbH zusammengeschlossen. Hier lernte ich, was Kapitalismus bedeutet. 1989 wurde ich zum Gemeindevertreter, damals noch, berufen und bin bis heute jede Wahlperiode wieder gewählt worden, also der älteste Kommunalpolitiker im Landkreis Ludwigslust- Parchim. Durch mein Leben in der DDR habe ich Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit gelernt und dafür bin ich unendlich dankbar.
Karl-Peter Elsholt, Consrade, 16.08.2026