Leserbriefe lesen

Kriege - eine Erfindung der Menschen

Gegenwärtig finden weltweit einige Dutzend kriegerische Auseinanderset-zungen, sowohl zwischen Staaten als auch innerstaatlich begrenzt, statt. In der Menschheitsgeschichte zurückblickend beginnt die Zeit des modernen Menschen vor etwa 300.000 Jahren. Nach dem Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren, ging das ständige Umherziehen auf der Suche nach Nahrung zu Ende. Die Menschen begannen mit Ackerbau und Tierhaltung, sie wurden sesshaft und bildeten Eigentum von landwirtschaftlich zu nutzenden Flächen und von Vorräten. Bis zu dieser Zeit lebten die Menschen friedlich zusammen. Manche Gruppen waren bei der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen und der Tierhaltung erfolgreicher als andere. Dadurch kam es zu Streitigkeiten und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Daraus entwickelten sich in der Folge immer größere Kriege. An dieser Stelle ist festzustellen: Kriege sind kein Naturgesetz, sie entstanden nicht durch ein genetisch vorprogrammiertes Verhalten, sondern durch eine Überlegung der damaligen Menschen: Mit Gewalt komme ich schneller zum Ziel, als mit Kooperation und gegenseitiger Hilfe. In den drei letzten großen Kriegen in Europa (Napoleonischen Kriege, Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg) waren die Angreifer am Ende die Unterlegenen. Außer Millionen Toten, zerstörten Gebäuden, Verkehrsverbindungen, Fabriken usw., hohen Kosten und Landverlust wurden die Kriegsziele weit verfehlt. Unsere gesamte menschliche Gesellschaft hat die Wahl zwischen: 1. unsere friedliche, kooperativen Instinkte (wie Diplomatie und Völkerrecht) zu stärken und damit Kriege zu verhindern oder 2. man lässt der vor wenigen Jahrtausenden erfundenen Konfliktlösung durch Kriege seinen freien Lauf. Bei der zweiten Variante riskiert die Menschheit ihren Untergang. Im vergangenen Jahr betrugen die weltweiten Rüstungsausgaben 2,9 Billio-nen Dollar. Deutschland ist mit 114 Milliarden Dollar daran beteiligt. Diese Ausgaben haben nur den Zweck, Menschen zu töten und Gebäude, Brücken, Verkehrswege usw. zu zerstören. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich weltweit alle gegenwärtigen Regie-rungen für eine friedliche Zukunft ohne Krieg entscheiden.

Winfried Schwarzer, Rostock, 16.06.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.