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Rock in der DDR

Der Vorstand hatte wieder ein interessantes Thema avisiert und lud dazu Ullrich Schuster (Jahrgang 65) aus dem Schallplattenladen in der Mühlenstraße 1 ein. Mit 19 arbeitete er schon als DJ und durfte sich nach abgelegter Prüfung „Staatlich anerkannter Schallplattenunterhalter“ nennen. Nach Armeezeit und Studium war er als Bauingenieur tätig und führt seit 2013 o. g. Laden. Will man sich einen Überblick über die Geschichte des Rocks in der DDR verschaffen, so sei das Buch von Michael Rauhut „Politik mit Musik/Rock in der DDR 1964 - 1989“ sehr empfohlen. Natürlich gab es in der DDR Bands, aber sie wurden politisch umklammert und „beauftragt“, mit ihrer Musik einen Gegenpol zur „musikalischen westlichen Unterwanderung“ zu schaffen. Die DDR-Bands sollten mit ihrer Musik junge Kommunisten erziehen. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Bands. Team 4 wurde 1964 gegründet und bot als erste Rockband ausschließlich deutschsprachige Titel mit Akzeptanz in den Augen der Partei- und Staatsführung an. Im gleichen Jahr wurde die Stern-Combo Meißen (ab 1980 Stern Meißen) gegründet, eine der ältesten bestehenden Rockbands Deutschlands. Eines ihrer Werke ist das Album „Weißes Gold“ (Hintergrund das Meißner Porzellan). Die „Klosterbrüder“ (1963) galten als eine der „härtesten“ Rockgruppen der DDR. Wegen des Begriffs „Kloster“ im Namen wurde die Band in „Magdeburg“ umbenannt. Ein bekannter Titel war „Lied einer alten Stadt“. Die Band „Silly“ war eine Klasse für sich, vor allem wegen der charismatischen Sängerin Tamara Danz, deren Songs auch im Westen ihr Publikum fanden. Die „Puhdys“ geben ihr Gründungsjahr mit 1969 an. 1973 traten sie bei den X. Weltfestspielen in Berlin auf und durften Konzerte im westlichen Ausland geben. Sehr bekannt ist ihre Filmmusik zur „Legende von Paul und Paula“. Die 1976 in Leipzig gegründete Band „Karussell“ ist bekannt durch ihre Titel „Wer die Rose ehrt“, „Ehrlich will ich bleiben“ und „Autostop“. Die Band „Brot und Salz“ ging 1973 nach den Weltfestspielen aus der Gruppe Thomas Natschinski hervor. Bekannt sind ihre Rockballaden „Deine Schritte sind so klein“ oder „Nie zuvor“. Aus dem Dresden-Septett entstand 1973 die Gruppe „Lift“, die Blues, Soul und Gospel mit Bläserbesetzung spielte, während spätere Stücke verträumt-intim, mehrstimmig und von kraftvollem Chorgesang geprägt sind. Die Klaus Renft Combo (1958) fiel durch sehr systemkritische Texte auf, die zu Auftrittsverboten und letztlich 1975 zur Auflösung führten. Seit 1975 erfreut „Karat“ erfolgreich ihre Fans, deren bekanntestes Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“ immer wieder gern gehört wird. Auch viele Einzelkünstler prägten diese Zeit. Nicht vergessen werden dürfen Nina Hagen mit ihrem „Du hast den Farbfilm vergessen“, Reinhard Lakomy, Wolfgang Ziegler, Manne Krug und natürlich Frank Schöbel mit Chris Doerk und Aurora Lacasa. Die Aufzählung wäre sicherlich fortzusetzen. Ullrich Schuster beschränkte sich auf die Zeit bis Ende der 1976er Jahre und stellte bei Interesse weitere Vorträge in Aussicht. Das Publikum (92 Gäste) dankte ihm mit herzlichem Beifall für den mit viel Rockmusik unterlegten Vortrag.

Wolfgang Mengel, Seniorenakademie Stralsund, 15.06.2026

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