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Wi sünd Bad Sült. Dat licht in Nordn von Dütschland. Ji kennt Bad Sült nich? Dat is keen Wunner. De Stadt is lütt un egentlich ahn Opregen. Wiern dor nich de Minschen un ehr Grappen in´n Kopp, de dissen Ort to een lütt Stadt mit groten Ogenblicken mocken. Kümm ran, wi vertell juch wat! Bad Sülze, seit 1927 als Kurort anerkannt, seit 1287 Sulte, dann 1301 Sulten und später Sülte und Sülze. Frau Dr. (dent.) Doris Schmutzer ist seit 25 Jahren in dem kleinen Ackerbürgerstädtchen ehrenamtliche Bürgermeisterin und wurde von über 60 Anwesenden herzlich begrüßt. Für ihr Schaffen im Dienste der Einwohner und des Ortes wurde sie 2020 als Frau des Jahres ausgezeichnet. Seit 1229 ist bezeugt, dass hier Soloquellen existieren. Das hat über die Jahrhunderte dem Städtchen seine große Bedeutung verliehen – die Salzgewinnung. Dazu wurden aus Holz gezimmerte 10 bis 15 m hohe Gradierwerke gebaut mit einer Gesamtlänge von 1,3 km. Das letzte Werk, der Friedrichsbau, wurde 1944 durch Blitzschlag beschädigt und 1970 leider abgerissen. Das funktionstüchtige kleinste Gradierwerk Deutschlands dient heute mehr der Genesung der Atemwege. Zwischen Bad Sülze und Tribsees liegt das Grenztalmoor. Sole und Moor sind sehr wohltuende Heilmittel, und so gilt Bad Sülze als „Ältestes Sol- und Moorbad Norddeutschlands“ (1822 erste Solekuren). Das in seiner Art einmalige Salzmuseum Mecklenburg wurde 1953 vom Chefarzt des früheren Rheuma-Sanatoriums, Dr. Kurt Fuchs, gegründet und ist mit Gradierwerk, Museumshof, -garten, Saline-Cafe´ und denkmalgeschütztem, 2020-2022 aufwändig restauriertem Kurpark ein Erlebnisort für jedes Alter. Weiterhin gilt Bad Sülze als Dalienstadt. Der Gärtnermeister Joachim Clasen war für die Bepflanzung des Kurparks verantwortlich und entschied sich für die Dalie. Aus einem aus Blüten gesteckten überdimensionalen Schuh (platt: Schau) entstand die seit 1981 am zweiten Septemberwochenende stattfindende „Dalienschau“ mit ca. 3.500 Pflanzen in über 150 Sorten. Nach der Schließung der alten Kurklinik wurde 1993 die neue Medianklinik eröffnet, die den gesamten Kurbetrieb unterhält. Weitere Sehenswürdigkeiten Bad Sülzes sind die gotische Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, das Rathaus am Markt (Mitte 19.Jh.), das Kurhaus von 1824, das ehemalige Alte Salzamt von 1739, der Alte Speicher in der Salinenstraße, die Mühle, der Kurpark mit den Salinenresten und das „Völkerschlachtdenkmal“ (ein 1913 errichteter Pavillon in Erinnerung an die Gefallenen 1813). Frau Dr. Schmutzer hat es wunderbar verstanden, den Liebreiz dieses städtischen Kleinods sichtbar werden zu lassen, und es ist hoch anzuerkennen, wie sie trotz der auch uns bekannten kommunalen Probleme dieses Städtchen für die Menschen so erlebbar macht. Sie betonte, dass sie das Flair dieser Kleinstadt auf jeden Fall weiter erhalten möchte. Ein Besuch Bad Sülzes sollte sich auch ohne Reha-Aufenthalt lohnen. Die Anwesenden dankten für den sehr interessanten Vortrag mit herzlichem Beifall. Wolfgang Mengel, Seniorenakademie
Wolfgang Mengel, Stralsund, 26.05.2026