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< Zurück zur ÜbersichtMedizinische Versorgung
Rügen hatte einst zwei Krankenhäuser mit nahezu allen wichtigen Fachabteilungen. Heute ist davon nur noch ein einziges Haus übrig – und selbst dieses bietet nur noch einen Bruchteil der früheren Leistungen. Besonders dramatisch ist die Schließung der Geburtenstation. Im 21. Jahrhundert ist es kaum zu fassen, dass werdende Eltern auf einer der größten Inseln Deutschlands gezwungen sind, für eine Geburt nach Stralsund zu fahren. Für eine Insel bedeutet das: lange Wege, Abhängigkeit von Verkehr und Wetter, zusätzliche Risiken für Mutter und Kind und eine enorme Belastung für Rettungsdienste. Das sind keine haltbaren Zustände. Eine Region mit über 60.000 Einwohnern und Millionen Gästen im Jahr darf nicht auf ein Minimum an medizinischer Grundversorgung reduziert werden. Es braucht endlich Sachverstand, klare Entscheidungen und ein tragfähiges Versorgungskonzept für die gesamte Insel – nicht weitere Verzögerungen, Zuständigkeitsstreitigkeiten oder politische Querelen. Rügen hat Anspruch auf eine moderne, sichere und wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch die Wiederherstellung zentraler Fachbereiche, allen voran der Geburtshilfe. Die Menschen auf Rügen erwarten zu Recht, dass ihre Gesundheit nicht zur Verhandlungsmasse wird.
Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 22.04.2026