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< Zurück zur ÜbersichtDer Pleitegeier kreist
Die geplante Erhöhung der Kreisumlage ab 2026 ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht der Kommunen in Vorpommern-Rügen. Seit Jahren stemmen die Gemeinden ihre Pflichtaufgaben nur noch mit Ach und Krach. Rücklagen? Aufgebraucht. Investitionen? Verschoben. Freiwillige Leistungen? Abgebaut bis zur Schmerzgrenze. Und trotzdem verlangt das Land jetzt noch mehr Geld – als hätten die Kommunen irgendwo einen geheimen Goldschatz vergraben. Die Wahrheit ist: Über unseren Gemeinden kreist längst der Pleitegeier. Und statt ihn zu vertreiben, lockt das Land ihn mit der nächsten Umlageerhöhung auch noch näher heran. Wer soll das eigentlich noch verantworten? Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die ihren Bürgern erklären müssen, warum die Straßen verfallen, die Kitas am Limit laufen und Kultur- und Jugendarbeit nur noch auf dem Papier existieren? Die Landespolitik macht es sich bequem: Sie stopft ihre Haushaltslöcher, während die Kommunen vor Ort die Zeche zahlen. Das ist nicht nur kurzsichtig, das ist gefährlich. Denn eine Demokratie, in der die unterste Ebene systematisch ausgehöhlt wird, verliert irgendwann ihre Stabilität. Wenn das Land weiter an der Schraube dreht, wird der Pleitegeier nicht nur kreisen – er wird landen. Und dann ist es zu spät, um sich über kaputte Infrastruktur, geschlossene Einrichtungen und frustrierte Ehrenamtliche zu wundern.
Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 25.03.2026