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< Zurück zur ÜbersichtKeine Kleinigkeit
Sehr geehrter Herr Hofmann, Sie bezeichnen die Kritik an der Gebührenerhöhung für den Personalausweis als „Wehgeschrei über Kleinigkeiten“. Für viele Bürgerinnen und Bürger mit kleiner Rente oder geringem Einkommen ist es jedoch keine Kleinigkeit, wenn verpflichtende Gebühren steigen, während die Bezüge stagnieren. Der Personalausweis ist kein Luxus, sondern eine gesetzliche Pflicht. Deshalb ist es nicht gerecht, wenn die Kosten dafür ohne soziale Abfederung erhöht werden. Ihre Rechnung von 90 Cent pro Jahr mag rechnerisch korrekt sein, blendet aber die Realität aus: Gleichzeitig steigen Lebensmittelpreise, Energiekosten und Ausgaben für Medikamente. Wer ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen muss, spürt auch solche „Kleinigkeiten“. Es geht nicht um Jammern, sondern um die Tatsachen unseres Landes. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge geleistet hat, verdient Respekt und Entlastung – auch bei scheinbar kleinen Beträgen. Ein solidarischer Staat muss die Schwächsten im Blick behalten und darf nicht allein auf Einnahmen setzen.
Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 23.01.2026