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< Zurück zur Übersicht90-Minuten-Ego-Trip
Die mit so viel Erwartung beladene Rede von Trump in Davos war wieder einmal nur eine One-Man-Show des Präsidenten. Nichts Substantielles, nur die Selbstdarstellung eines Mannes, der glaubt, der Herr der Welt zu sein. Wer die Rede verfolgt hat, bekam wieder ein zusammenhangloses Gerede zu hören, das von einem Problem zum anderen pendelte und nur bekannte Positionen und Selbstdarstellungen wiederholte. Klar wurde aber, dass Europa für Trump trotz beschwichtigenden Aussagen keine Rolle spielt. Seine Bemerkung, er möge doch die Politiker wie Macron und Merz, erinnern an Stasichef Mielke, der sagte, ich liebe euch doch alle. Beschämend ist, wie froh die EU-Politik ist, dass der gute Uncle Sam nicht so böse geworden ist, wie befürchtet, und wie man ihn umschmeichelt, doch bitte nicht Grönland zu besetzen, sondern durch die Hintertür die amerikanischen Interessen durchzusetzen. Trotz allem Gerede, wie Europa sich nun aber stärken müsse, um den USA Paroli zu bieten, hängen alle hilflos am Rockzipfel Trumps und kämpfen darum, wer ihm als Erster hinten hineinkriechen darf.
Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin, 22.01.2026