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Soziale Gerechtigkeit?

Mit großer Verwunderung habe ich die Entscheidung zur Erhöhung der Gebühren für den Personalausweis von bisher 37 Euro auf künftig 46 Euro zur Kenntnis genommen. Die Begründung mit „gestiegenen Kosten“ mag aus Verwaltungssicht nachvollziehbar erscheinen, doch aus Bürgersicht wirft sie erhebliche Fragen der sozialen Gerechtigkeit auf. Gerade ältere Menschen und Rentnerinnen und Rentner, die ohnehin schon durch die massiv gestiegenen Preise für Lebensmittel, Energie und Medikamente belastet sind, erhalten keinen automatischen Ausgleich für diese Mehrkosten. Während die Verwaltung ihre Gebühren kurzerhand anpasst, bleiben die Bezüge vieler Rentner unverändert – und die Schere zwischen Belastung und Einkommen öffnet sich weiter. Es ist nicht vermittelbar, dass Bürgerinnen und Bürger für ein verpflichtendes Ausweisdokument immer höhere Gebühren zahlen müssen, ohne dass die Politik gleichzeitig für einen fairen Ausgleich sorgt. Wer Jahrzehnte lang gearbeitet und Beiträge geleistet hat, sollte nicht durch zusätzliche Gebühren weiter belastet werden. Ich fordere daher, dass die Bundesregierung bei der Festlegung solcher Gebühren soziale Aspekte stärker berücksichtigt und insbesondere für Rentnerinnen und Rentner sowie einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger Ausnahmeregelungen oder Ermäßigungen schafft. Ein solidarischer Staat darf nicht nur Einnahmen erhöhen, sondern muss auch die Schwächsten im Blick behalten. Mit freundlichen Grüßen Peter Ahrend

Peter Ahrend, Ostseebad Sellin, 14.01.2026

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