Leserbriefe lesen

Weltgendarm USA

Warum sollte das Jahr 2026 friedlich beginnen oder in dem Sinne verlaufen, wenn es das alte schon nicht war? Es sind dieselben politischen Akteure geblieben. Die USA, jetzt unter Trump, schalten und walten nach Belieben, und andere Meinungen sind für sie feuchter Kehricht. Der 26. US-Präsident Th. Roosevelt erweiterte am 06.12.1904 in seiner Rede die Monroe-Doktrin, in der er mit dem Isolationismus in der US-Außenpolitik brach und die Polizeigewalt der Staaten als expansionistisches Mittel seiner Politik festlegte (Roosevelt-Corolarry-Zusatz). Und Trump ist voll drin: Wer sich dem Willen der USA nicht fügt, wird bekämpft, und wenn es nicht anders geht, mit Waffengewalt. Russland wird der größten Verbrechen bezichtigt, und die USA bombardieren ohne Kriegserklärung den Iran (den sie wegen seines Ölreichtums ebenso im Visier haben wie Venezuela) und nun Venezuela selbst. Dass harte wirtschaftliche Interessen der USA im Vordergrund stehen, wird immer deutlicher und auch zugegeben. Den Panamakanal wollen sie unter ihre Kontrolle bringen und Gaza als Badeidylle für das US-Establishment herrichten. Aus „nationalen Sicherheitsinteressen“ soll Grönland vereinnahmt werden, nur weil dort russische und chinesische Schiffe internationale Seewege nutzen. Da wird moniert, dass sich die russische Marine auf der Ostsee breit macht und vergisst geflissentlich, dass a) Russland Anrainer ist und b) die NATO (incl. Manöver und Marine-Stützpunkt in Rostock-Warnemünde) inzwischen die Ostsee beherrscht. Das wird mit keinem Strich erwähnt. Und wenn die derzeitige Übergangschefin Venezuelas nicht lieb und brav ist (und ÖL liefert), wird die zweite militärische Welle der USA den Rest besorgen. Die Friedensnobelpreisträgerin Machado lässt Trump fallen, sie ist nichts für ihn in seinen Plänen. Und die EU äußert nur zaghafte Kritik. Merkt denn hier niemand, dass wir alle nur und ausschließlich von US-Interessen abhängig sind, uns jegliche Souveränität fehlt und wir mit 11 (elf!!) militärischen Stützpunkten der USA in Deutschland das Zentrum eines möglichen Schlachtfeldes sind? Die ersten Bomben fallen hier und nicht in den USA! Die USA interessieren sich nur so lange für uns, solange wir ihnen dienstbar sind. Die europäischen Politiker sollten aus der Historie eines nicht vergessen: Man sollte sich Russland nie zum Feind machen (das hat schon der alte v. Bismarck gewusst), zumal es die größte Atommacht der Welt ist. Das Geschriebene ist keine Hetze meinerseits gegen die USA, es sind nur Fakten, die nicht wegzudiskutieren sind. Wolfgang Mengel, Stralsund

Wolfgang Mengel, Stralsund, 05.01.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.