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Kein Kanzler den Deutschen

Kein Kanzler der Deutschen Die Deutschen wollen keinen Krieg, weder gegen Russland noch gegen jemand anderen. Der Kanzler hat geschworen, alle Gefahren vom deutschen Volk abzuwenden. Was er jetzt macht, hat mit Gefahrenabwehr nichts zu tun, im Gegenteil. Der Zugriff zu den eingefrorenen russischen Finanzen im Westen bleibt ihm verwehrt, zum Glück! Nun wollen 24 EU-Staaten einen Kredit von 90 Mrd. Euro aufnehmen (im Schnitt 3,75 Mrd./Land), der von uns Bürgern über Steuern und Einsparungen in wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen zu tilgen ist. Deutschland versteht sich natürlich als größter Kostenzahler, denn Merz ist kein Kanzler der Deutschen, sondern einer der Ukraine, die er hochrüsten will, um den Krieg gegen Russland weiter zu führen. Denn er akzeptiert nur einen Sieg der Ukraine. Sogenannte „Friedensangebote“ des Westens unter seiner Federführung werden für Russland immer unannehmbar sein, denn er will den Krieg gegen Russland, sofern das Land nicht „westfreundlich“ ist (wie man das bei Jelzin vermutete). Diesbezügliche Äußerungen seinerseits gibt es zur Genüge. Insofern können zur „Sicherheit“ der Ukraine auch keine Truppen von Nato oder EU-Ländern eingesetzt werden, schon gleich gar keine der Bundeswehr. Boris Jelzin hat schon 1997 (!!) (und da war Putin noch gar nicht Präsident!) gegenüber Bill Clinton sehr deutlich gemacht, dass mit einer Nato-Zugehörigkeit der Ukraine für Russland rote Linien überschritten werden. Aber wie üblich hat der Westen das in seiner überheblichen Art völlig ignoriert. Natürlich kann sich jeder für die Nato bewerben, aber sie könnte in höherem Interesse, wenn es um die sicherheitspolitischen Interessen eines ganzen Kontinents geht, auch mal „nein“ sagen, wenn sie denn so am Frieden interessiert ist. Bei Russland hat sie „nein“ gesagt, warum wohl? Weil schon sehr, sehr lange vorher feststand, in welche Richtung die Nato-Aktivitäten gehen. Die Frage sei erlaubt: Warum wohl hat der Westen Russlands Vorschläge (Vertragsentwurf an die Nato und die USA vom17.12.2021) zur Sicherheit vor allem in Europa, die Russland bis zuletzt unterbreitet hat und die auch aus heutiger Distanz weder absurd noch unerfüllbar sind, rundweg abgelehnt? Weil der Westen von Beginn an auf Krieg gegen Russland gesetzt hat. (Zu lesen empfohlen: Brzezinski-Doktrin in: „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Weltherrschaft“ – 1997). Und schon 1905 schrieb Lenin: „Vom Standpunkt der ökonomischen Bedingungen des Imperialismus, d.h. des Kapitalexports und der Aufteilung der Welt ….. sind die Vereinigten Staaten von Europa unter kapitalistischen Verhältnissen entweder unmöglich oder reaktionär …… Unter dem Kapitalismus gibt es keine anderen Mittel, das gestörte Gleichgewicht von Zeit zu Zeit wieder herzustellen, als Krisen in der Industrie und Kriege in der Politik.“ Nun braucht man ja heute nur auf die EU zu schauen. Und wenn der Kanzler sagt, dass bei einer Niederlage der Ukraine der Westen den Russen gnadenlos ausgeliefert sei, zeugt das von einem derartigen Realitätsverlust und einer diplomatischen Abstinenz, die in einen Krieg führen, den Russland niemals will. Wie jedem anderen Land hat man auch Russland seine Sicherheit zu gewähren. Und Russlands Grundprinzipien einer europäischen Sicherheit liegen nach wie vor auf dem Tisch. Die derzeit Oberen sollten nie vergessen, und das haben schon ganz andere Politiker vor ihnen festgestellt: Einen Frieden in Europa ohne Einbeziehung Russlands gibt es nicht! Wolfgang Mengel, Stralsund

Wolfgang Mengel, Stralsund, 22.12.2025

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