Leserbriefe lesen

Reißleine ziehen!

Antwort auf den Leserbrief "Das wird teuer" vom 05.10.2026

95 Millionen Euro für ein Wahrzeichen, Prestigeobjekt, Fotomotiv! Wenn Rostock ein attraktives, ausgebautes Radwegenetz hat, auf dem die Jüngsten und die Ältesten sicher mit dem Rad fahren können, auch bis zum Seehafen, wenn die Feuerwehren, die Schulen, die Kindergärten, die Spielplätze, das Gebäude der Sozietät, die Fußgängerwege, die bestehende Brücken … saniert sind, wenn Rostock zu einer wirklich grünen Stadt mit Aufenthaltsqualität geworden ist, wenn Rostock mindestens noch eine Schwimmhalle, einen weiteren Kinder-Verkehrsgarten gebaut hat, wenn Rostock es sich leisten kann, eine Informationstafel auf einen Spielplatz aufzustellen, alle Vereine/Beratungsstellen … finanziell auskömmlich unterstützt werden, der ÖPNV bezahlbar bleibt, öffentliche Führungen in unserer Universität zum Selbstverständnis für Besucher wie Bewohner gehört, … wenn Rostock schwarze Zahlen schreibt, dann, ja dann kann sich Rostock eine Brücke über die Warnow leisten, die für eine Minderheit der Stadtgesellschaft 8 Minuten Fahrzeit mit dem Rad einspart. Von anfänglich 7 – 7,5 Mio. € (Bericht zum Projekt Nr. 21029 – Juni 2021) stieg der Baupreis der Brücke sukzessiv an – heute, nach 5 Jahren, wird mit 85 – 95 Mio. € gerechnet. Ein verbrieftes Ende der Kostensteigerung bleibt offen. Keiner benennt die Folgekosten (Instandhaltung/Wartung), die zw. 0,8 – 1,2 % der Bausumme angesetzt sind, d.h. jährlich muss die Stadt annähernd 1 Mio. €, finanziert aus Steuergeldern, dafür bereitstellen. Was Rostock die Unterhaltung des neuen Theaters jährlich kostet, bleibt unbenannt. Die Bürgerschaft muss die Reißleine ziehen, um unsere ehrwürdige Stadt vor einem finanziellen Desaster sowie Image-Schaden zu bewahren.

Heike V., Rostock, 13.10.2026

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.