Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zweischneidig

05.04.2012, Petra Ehlers, Bürgerinitiative Redefin »Gegenwind aus der Region«, Redefin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Eine Starkstromleitung arbeitet leise"
im Schweriner Blitz vom 01.04.2012

Offensichtlich beherrscht Herr Schlotmann den Umgang mit dem zweischneidigen Schwert perfekt, indem er zum einen erklärt, seine Arbeit vom Sessel aus erledigen zu wollen, auf der andere Seite propagiert er, mit Transparenz die Akzeptanz der Bürger für seine Entscheidungen gewinnen zu wollen. Der Platz eines Ministers kann doch nicht vorrangig der »bequeme Sessel?« im Ministerium sein, sondern muss in der Mitten der Bürger sein, die mit den politischen Entscheidungen seines gewählten Vertreters dann später auch leben müssen. Einmalig in Deutschland ist nicht nur das Zusammenfassen der unterschiedlichen Bereiche in einem Ressort, sondern auch die Kontinuität des Herrn Schlotmann, den Bürgern, die sich schon seit Monaten um einen persönlichen Austausch mit ihm bemühen, aus dem Weg zu gehen. Was es für Auswirkungen hat, auf das direkte Mitwirken der betroffenen Bürger einzugehen, zeigt sich doch darin, dass nach jahrelanger Arbeit des Ministers von seinem Sessel aus, das gesamte bisherige Verfahren und alle daraus resultierenden Ergebnisse, noch einmal neu begutachtet werden müssen. Die Bürgerinitiative Redefin hat auf die falschen Bewertungsgrundlagen schon seit Jahren hingewiesen. Dem wurde jedoch seitens des Ministers kein Gehör geschenkt. Da muss sich erst die Europäische Union einschalten und dem Minister in die Stiefel helfen. Also jetzt alles noch mal von vorne. Was für eine Verschwendung von Steuergeldern! Starkstromleitungen arbeiten leise, aber wenn man auf die örtlichen Gegebenheiten keine Rücksicht nimmt, kann es auch zu einem massiven Kurzschluss kommen. Anstatt sich wieder im stillen Kämmerlein mit dem Abspecken der Kriterien für die Ausweisung von Windparks zu beschäftigen, sollte Herr Schlotmann sich eher mit dem Ausbau der Netze befassen, so wie die EU es fordert. Dazu gehört aber auch, dass er mit den Bürgern vor Ort das persönliche Gespräch sucht und seine vollmundigen Versprechungen von Bürgertransparenz und Mitwirkung endlich wahr macht. Nun ist der Artikel am 1. April erschienen, ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

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