Mecklenburger Blitz Verlag

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Zur Paulusdiskussion

13.03.2018, Wolfgang Mengel, Stralsund

Das Handeln von Generalfeldmarschall Paulus betr. Stalingrad soll nicht verteidigt werden, aber man muss die damalige konkrete Situation beachten. Ich verweise nochmals auf das Buch von Heinz Schröter, Stalingrad „… bis zur letzten Patrone“, Neuer Kaiserverlag, Neuauflage 1998. Paulus hat auf Weisung Hitlers die Kapitulation abgelehnt (09. Januar 1943). Das ist Fakt. Zusätzlich erfolgte auf dem Funkwege vom Armee-Oberkommando an die Generalkommandos folgender Befehl: „Die Truppe ist davon zu unterrichten, dass Parlamentäre in Zukunft durch Feuer abzuweisen sind.“ (S. 187). Heinz Schröter: „Es ist nie bekannt geworden, wer das Zustandekommen dieses Funkspruchs befahl. Generaloberst Paulus hat jedenfalls immer wieder erklärt, dass er von dieser Feueranweisung nichts wisse.“ (S. 187) Paulus und viele weitere Generäle forderten die Handlungsfreiheit für den Ausbruch der 6. Armee, jedoch Hitler befahl: „Stalingrad ist zu halten.“ Heinz Schröter dazu auf S. 205: „Die Frage nach der Schuld und dem Versagen wird allem, was mit Stalingrad im Zusammenhang steht, immer und ewig folgen, und nie wird ihr eine befriedigende und klärende Antwort werden.“ Ich meine, dass diesem Gedanken nichts entgegenzusetzen ist, und deshalb steht es uns als Außenstehenden nicht zu, endgültige Urteile zu fällen. Im Gedenken an den sinnlosen Tod hunderttausender Soldaten sollten wir heute alles tun, damit sich dieser Irrsinn nicht wiederholt.

Wolfgang Mengel, Stralsund

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