Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zum Streik der Servicemitarbeiter

10.09.2012, Agnes Koslowski, Schwerin

Die Arroganz mit der der Geschäftsführer des Helioskonzerns in Schwerin als »Herrenmensch« vor die Kamera tritt, ist schon recht bemerkenswert.

So muss es im Kapitalismus des 21. Jh. sein. Wir hier oben, die Servicemitarbeiter dort unten, wo sie auch hingehören. Auf den Boden und dann dürfen sie auch noch die Füße vom Arbeitgeber küssen, weil er ihnen Arbeit für einen Hungerlohn gibt. Der Mensch im Servicebereich erfährt durch die Helios-Geschäftsführung keine Wertschätzung. Die Mitarbeiter dürfen den Boden wischen, Toiletten reinigen, Abfall beseitigen, Transportdienste erledigen, Patienten, Mitarbeiter und Angehörige mit Essen und Trinken versorgen usw., aber mehr Lohn fordern, das dürfen sie nicht. Warum auch, sie können sich ja auch noch Zweitjobs dazu suchen, um nicht am Hungertuch zu nagen. Alternativ können sie sich ihren Unterhalt durch unsere Steuergelder beim Arbeitsamt aufbessern. Der Helioskonzern hat da gar keine Skrupel auf Kosten der Allgemeinheit seine Profite zu machen. Hauptsache ist die Profite stimmen und steigen. Der Helioskonzern rühmt sich mit seinen Fachspezialisten, hochmoderner Ausstattung und dem Slogan »Jeder Moment ist Medizin«. Der Mensch steht im Mittelpunkt des Ganzen. Das mag schon so stimmen, aber ein Mensch ist auch ein zufriedener Mitarbeiter, der dazu beiträgt, dass sich der Patient wohl fühlt. Der Patient möchte rundum versorgt werden, das heißt vom Arzt bis hin zum Service.

Ich hoffe, dass die Mitarbeiter der HSN stark genug sind, ihre Forderungen durchzusetzen.

Bei dieser Konzernleitung wird das nicht leicht werden. Dies gilt garantiert auch für die nächsten Tarifverhandlungen des medizinischen Personals bei Helios.

Ich weiss nicht, ob dem Helioskonzern diese wiederholte unmenschliche Härte gegenüber seinen Mitarbeitern gut zu Gesicht steht? Die Geschäftsleitung braucht sich ja nur mit den Tarifpartnern an einen Tisch zu setzen und damit das UNO-Menschenrecht auf gerechte Entlohnung umzusetzen. Es würde auch die notwendige Wertschätzung seinen Mitarbeitern gegenüber zu zeigen. Ein Miteinander kann allen Beteiligten helfen.

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