Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zukunftslied

01.12.2010, Siegfried Spantig, Hagenow

In den Jahren, in denen wir noch nicht zur Schule mussten, sangen wir so manches Lied, auch das vom abgebrannten Pommernland, weil ein deftiges Wort den Schluss bilden konnte. Als wir später als Jungs durch die Straßen marschierten, sangen wir oft das Lied der Brandenburger, weil wir diesem SA-Dauerlied nacheifern wollten. Als dann der Krieg war, hatten wir es mit den »Bomben, Bomben auf Engeland«. Danach habe ich vier Jahre nicht mehr gesungen, weil wir Gefangenen in Sibirien keine Lieder hatten.

Schließlich zurück und in der DDR angekommen, sang ich gerne mit: »Auferstanden aus Ruinen«, denn es war so. Und wer wollte nicht aufbauend der Zukunft zugewandt sein?

Und was singen wir heute aus feierlichem Anlass, die dritte Strophe des Deutschlandliedes aus dem Jahre 1841. Aber immer, wenn ich die Melodie des Liedes anklingen höre, geht mir die erste Strophe durch den Kopf – so hartnäckig und lange wirkt Jugendeintrichterung.

Da ich aber ein Verfechter der inneren Einheit Deutschlands bin, wünschte ich mir alsbald ein solches Nationallied, von dem man alle Verse singen kann. Und in dem Text, der inneren Einheit zu Liebe, sollte auch ein Vers sein, der uns daraus Lehren ziehen lässt, dass wir Deutschen zwei Weltkriege über die Menschheit gebracht haben, nur weil einmal Wilhelm II. verlangt hatte, Deutschland braucht einen Platz an der Sonne.

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