Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zu wenige trauen sich, zu klagen

27.02.2012, Ricardo Niedzwedzki

Nicht nur das Jobcenter steht in der Kritik, auch Arbeitslose werden verwöhnt. Der Artikel hört sich überzeugend an, jedoch wen von den Hartz-IV-Empfängern wollt ihr zu einer Aktion vor den Jobcenter motivieren?

Hartz-IV-Empfänger sind nicht in der Wüste anzutreffen, wie in der Prignitzer. Das wäre denen viel zu anstrengend, sie tummeln sich am liebsten an Döner-Pizza-Buden oder hocken den ganzen Tag vor der Glotze, mit Bier und Naschereien und gucken sich extra für sie eingerichtete Sender wie RTL II, RTL, Kabel I usw. an, wo nur Schrott ausgestrahlt wird. Woher sollen diese wissen, was sich an Hartz-IV-Gesetzen geändert hat und was nicht.

Das viele Hartz-IV-Empfänger in diese Situation geraten sind, daran sind die Jobcenter mit Schuld. Es gibt viele, die lange Zeit, ja oftmals auch über Jahre zum Nichtstun erzogen wurden, andere hingegen gehen von einer Maßnahme in die andere. Auch gibt es viele mit einer Arbeitsallergie, die den nächsten Tag gleich einen Krankenschein in der Hand haben. Wenn sie sonst auch jahrelang kerngesund waren. Da hätte man schon was vom Jobcenter dagegen tun sollen. Des Weiteren werden Hartz-IV-Empfänger, die in der Stadt leben, besser zusätzlich versorgt. Es werden in den Städten Suppenküchen und Tafeln extra für die Arbeitslosen eingerichtet, dieses alles gibt es in den Dörfern nicht. Eine Fernsehreportage vom RBB vor ein paar Tagen, da traute ich meinen Augen nicht, wo eine junge Leistungsempfängerin sich mit den Worten äußerte, wo es was umsonst gibt, nutzen wir das, sonst können wir uns nichts leisten. Da blieb mir bald die Luft weg. Zu beobachten ist, das Einkäufe von den Tafeln oft um die Ecke getauscht werden gegen Bier oder Geld. Von solchen Vorzügen sollten Hartz-IV-Empfänger ausgeschlossen werden. Nur so kann man Leistungsempfänger motivieren.

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