Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zu Unrechtsstaat

05.11.2019, Anonym, Papendorf (Name dem Verlag bekannt)
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Unrechtsstaat"
im Rostocker Blitz vom 27.10.2019

Vor Monaten war in die Fassade des Landgerichts Rostock - ehemals Ministerium für Staatssicherheit der DDR - in Stein gemeißelt: "Unrecht von 1945 bis 1989". Das Amtsgericht Rostock verurteilte mich, ohne Prüfung, ohne Verhandlung, vom Schreibtisch aus, wegen einer Urheberrechtsverletzung, die ich und niemand aus meiner Familie begangen habe. Eine Aussicht auf Erfolg durch eine Berufung, hat laut des Präsidenten des Landgerichtes Rostock und zwei weiteren Richterinnen und Richtern des LG, keine Aussicht auf Erfolg.

Also bin ich verurteilt worden, weil ich der Nutzer eines internetfähigen und mit Passwort geschütztem Telefonanschlusses bin. Wer das Urheberrecht verletzt hat ist scheiß egal. Der Telekom wurden doch jahrelang milliarden Kundendaten plus Passwörter entwendet. Ob es etwas damit zu tun hat, dass ich meinem Anwalt die Steinarbeit, Unrecht und so, angezeigt habe weiß ich nicht, aber jetzt steht in einem Glaskasten, einige Türen, neben dem Haupteingang des Landgerichtes Rostock, schon seit einiger Zeit: DEM ANDENKEN DER OPFER DER KOMMUNISTISCHEN GEWALTHERRSCHAFT VON 1945 - 1989.

Recht und Gerechtigkeit oder Recht haben und Recht bekommen, hängt das von einer Gesellschaftsform ab? In so einem Gebäude sollte man kein Gericht unterbringen. Schon gar nicht mit solchen Sprüchen mit der Zeitangabe. Wenn die Richterinnen und Richter sich entlasten möchten, dann schmeißt den Schrott aus Grauzonen wie Urheberrecht und andere undurchsichtige Belange in den Papierkorb. Vielleicht hat der Richter, aus der letzten Ausgabe der Blitz am Sonntag, Aus dem Gerichtssaal vom, 03.11.2019, doch nicht alles verkehrt gemacht!!

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