Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zu kurz gedacht

06.10.2014, K-H. Fehrmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Auch die "Roten" können es"
im Schweriner Blitz vom 05.10.2014

Niemand ist wirklich glücklich darüber, dass in Schwerin die Nahverkehrspreise erhöht werden. Das trifft viele Leute hart und ist, vom Ansatz her, der falsche Weg, um die Umwelt vom Autoverkehr zu entlasten.

Aber, wie HerrManfred Statskowski aus Rostock meint, diese Entscheidung an einer Partei festmachen zu wollen, ist zu kurz gedacht

Die Stadt Schwerin ist, wie alle anderen Kommunen auch,total überschuldet und muss sparen. Viele Ursachen haben zu dieser Überschuldung geführt, von Fehlentscheidungen bei Bauvorhaben, Gigantismus und fehlendes Engagement der Landesregierung für die Landeshauptstadt. Die OB Gramkow hat bei ihrem Amtsantritt schon einen Schuldenberg ihrer Vorgänger übernommen, den es aufgrund der geringen wirtschaftlichen Kraft der Stadt nicht gelang, abzubauen. Es hat also nichts mit den »Roten« zu tun, wenn wir heute alle als Bürger hoch verschuldet sind.

Hinzu kommt in dieser Gesellschaft eine andere Wahrheit. Immer höhere Lohnforderungen der Arbeitnehmer, die ihnen ausdrücklich gegönnt sind, ziehen sofort höhere Kosten und Gebühren nach sich, die die errungenen Lohnsteigerungen wieder auffressen und übersteigen, so das am Ende weniger in der Tasche ist, als vorher. Das ist wie ein Teufelskreis, weil jedes Unternehmen Lohnsteigerungen als Argument benutzt, um die Preise zu erhöhen, um nur ja nicht den eigenen Profit zu schmälern. Der Staat verdient durch die kalte Progressin kräftig mit.Und so beißt sich die Katze immer wieder selber in den Schwanz – egal welche Partei am Ruder ist.

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