Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Zensur

25.01.2013, Rita Hoff

Nachdem von Ummanzer Gemeinderatsmitgliedern im Dezember ein Artikel für das hiesige »Infoblatt« wegen angeblich zu politischer Aussagen nicht abgedruckt wurde und demzufolge der Zensur zum Opfer fiel, gab es dazu in der Gemeindevertretersitzung am Montag, dem 7. Januar eine lebhafte Debatte.

Da ich die von der Ummanzer Gemeindevertretung bestellte Chronistin bin und demzufolge es als meine Aufgabe ansehe, das aktuelle Tagesgeschehen zu erfassen und für die interessierten Ummanzer Bürger aufzuarbeiten, wollte ich bei besagter Gemeindevertretersitzung wissen, welche Kommentare ich denn in Zukunft noch im Infoblatt veröffentlichen dürfte.

Während dieser bis dahin sachlichen Diskussion in der Bürgerfragestunde wurde ich jedoch plötzlich von dem Gemeindevertreter Dr. Volker Haberkorn ohne erkennbaren Grund verbal in einem derart unerhörten Ton attackiert und beschimpft mit den Worten: »Sie wollen doch nur streiten, sie sind doch nur die Opposition aus einer ganz linken Ecke.«

Ich verlangte daraufhin eine Entschuldigung von Dr. Haberkorn, da ich mich mit einer solchen Titulierung nicht einverstanden erklären kann, zumal mich Dr. Haberkom kaum kennt und noch weniger über mich und meinen Werdegang weiß.

Dr. Haberkom lehnte es jedoch ab, sich bei mir zu entschuldigen, woraufhin ich die Gemeindevertretersitzung verließ. Ich meine, wenn Solcherlei von einem Gemeindevertreter, der die Menschen der Gemeinde, die er vertreten soll, kaum kennt, in beleidigender Form gebraucht wird, ist dieser in der Demokratie wohl noch nicht angekommen. Entschuldigt hat sich der Herr erst, nachdem ihn zwei Tage später zwei andere Gemeindevertreter dazu überredet hatten – allerdings nicht persönlich, sondern nur mit einer Unterschrift unter einem mit entsprechender »Nachhilfe« verfassten Satz. Diesen Brief überbrachte mir dann einer der beiden anderen Gemeindevertreter.

Das wiederum empfinde ich als sehr diirftig für einen Menschen, dessen Bildung bei dem Dr. vor dem Namen so schlecht nicht sein sollte.

Ich denke, dass Gemeindevertreter so mit kritischen Bürgern nicht umgehen können – es sei denn, dass bei uns in der Gemeinde Ummanz Verhältnisse wie auf Hiddensee angestrebt werden.

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